Viele hoffen für kranke Lea

Schwer kranke Lea Quäl verliert die Hoffnung nicht

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Frech streckt Lea dem Fotografen die Zunge raus. Zusammen mit ihrer Mutter Stefanie Quäl spielt sie zurzeit am liebsten mit ihrem Puppenhaus.

Region Rhein-Main – Es ist eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen, die die Eltern von Lea Quäl durchleben – mal wieder. Die Sechsjährige leidet unter dem angeborenen Femurhypoplasie-Geschichtsdysmorphie-Syndrom, das weltweit nur 100 Menschen haben. Von Norman Körtge

Viele EXTRA-TIPP-Leser spendeten für die notwendigen Operationen an Hüfte und Beinen, deren Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Jetzt warten Lea, Stefanie und Holger Quäl, ob ein langwieriger Prozess von Erfolg gekrönt ist.

Lea hört nicht auf zu kämpfen

Schwer kranke Lea Quäl aus Maintal kämpft

Der EXTRA TIPP berichtete schon mehrfach über ihre vielen Operationen. Unter anderem

"Lea holt ihre Spendendose persönlich ab"

"Es ist besser gelaufen, als vorher gedacht"

"Erster Schritt in ein besseres Leben".

„Süßes oder Saures?“ Zum wiederholten Male klingelt es am Mittwoch an der Haustür der Familie Quäl in Maintal. Neugierig lauscht die auf der Couch sitzende Lea dem Gespräch ihrer Mutter Stefanie an der Haustür mit zwei Halloween-Kindern. Als sie zurück ins Wohnzimmer kommt, zieht Lea eine Schnute: „Ich will auch raus.“ „Nächstes Jahr. In Ordnung? Ich habe nicht daran gedacht, dass Halloween ist und so viele Kinder unterwegs sind“, versucht Stefanie Quäl ihre Tochter zu beschwichtigen. Es funktioniert. Auch wenn gleich die Forderung kommt, gemeinsam mit dem Puppenhaus zu spielen.

Den Weg dahin rutscht Lea, auf dem Hintern sitzend, die Beine nach vorne gestreckt, übers Laminat. Laufen darf sie nicht, da sie das linke Bein noch nicht belasten darf. Anfang Oktober ist Lea operiert worden. Dabei ist der Fixateur – ein außen liegendes Haltesystem, das mit Pins am Knochen befestigt ist – am linken Bein entfernt worden. Seit September 2011 war mit Hilfe des Fixateurs das Bein um mehr als acht Zentimeter verlängert worden. „Die Verlängerungsphase lief super. Aber dann wurde der Knochen nicht hart und an den Pins gab es immer wieder eitrige Entzündungen“, erzählt Stefanie Quäl. Der amerikanische Spezialist, der Lea in der Klinik für Kinderorthopädie im bayerischen Vogtareuth operierte, fand dennoch wieder eine Lösung. Auf Leas Oberschenkelknochen befestigte er eine Edelstahl-Lochplatte mit winkelstabilisierenden Schrauben. Ob sich die ganze Prozedur mit dem Fixateur gelohnt hat, wird sich in etwa drei Wochen zeigen. Dann wird wieder geröntgt und entschieden, ob mit der Mobilisation begonnen werden kann.

Weitere Operationen werden folgen

Deutsche Lebensbrücke

Commerzbank München

Konto-Nr. 3456 90 000

BLZ: 700 800 00

Stichwort: Lea helfen

Es wäre ein weiterer Schritt zu einem eigenständigen Leben, für das sich ihre Eltern so stark machen. Weitere Operationen in den nächsten Jahren werden folgen, unter anderem am Knie, wo eine Fehlstellung der Kniescheibe behoben werden muss. Auch wird in etwa zwei Jahren wieder ein Fixateur den Bewegungsspielraum von Lea stark einschränken.

Planbar ist nichts“, weiß die Mutter mittlerweile. Kraft schöpft sie aus dem sonnigen Gemüt ihrer Tochter, das sie ausstrahlt. „Das macht es uns einfacher“, sagt sie, verschweigt aber auch nicht, dass Lea wie jedes anderes Kind auch mal eine richtige Zicke sein kann. Die seit dem Sommer eine ganz normale Vorschulklasse besucht und eifrig Musikinstrumente ausprobiert. „Klavier ist momentan ihr Favorit. Wir wollen aber auch noch Gitarre, Schlagzeug und Flöte ausprobieren“, erzählt Stefanie Quäl.

Rund 100.000 Euro wurden bisher für sie gespendet

Dass Lea den langen, beschwerlichen Weg bislang überhaupt gehen konnte, verdankt sie vor allem den vielen Spenden, da die Krankenkasse die Spezialoperationen nicht im Leistungskatalog hat. Knapp 100.000 Euro haben Privatleute, Firmen und Vereine durch Benefizaktionen auf das Treuhänderkonto des Vereins Deutsche Lebensbrücke für Lea eingezahlt. Ein Großteil davon ist für Operationen und Therapien bereits ausgegeben worden. „Es war und ist immer gut, das Geld in der Hinterhand zu haben, um Dinge finanzieren zu können“, sagt die Mutter. Zuletzt war es ein Niederfrequenz-Ultraschallgerät zum stimulieren des Knochenaufbaus – auch keine Kassenleistung. Auch deshalb sind Spenden immer noch willkommen.

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