Er hat laufend Spaß am Morden

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Gerd Fischer hat einen Krimi über Mordfälle am Nidda-Ufer geschrieben

Frankfurt – Unheimliche Morde im Frankfurter Niddatalpark, eine Gruppe Läufer in Angst und Schrecken und ein Kommissar, der selbst seinen besten Freund verdächtigt: „Lauf in den Tod“ heißt der Laufkrimi des Bockenheimer Autors Gerd Fischer. Von Enrico Sauda

Es geht rasant los: „Der Mann hetzte am Niddaufer entlang. SeinPuls flog. Das Herz pumpte auf Hochtouren. Vorwärts! Schneller!“ Und dieses Tempo hält nicht nur der Läufer, sondern auch der Krimi über weite Strecken. Selbst Kommissar Rauscher kommt beim Ermitteln unter Frankfurter Lauffreunden gehörig ins Schwitzen. Denn es geht ums Laufen bis hin zur tödlichen Obsession. Vielleicht der erste Krimi in deutscher Sprache, der in dieser Szene spielt.

„Das ist ein Thema, das viele interessiert“, sagt Autor Gerd Fischer. Etwa 20 Millionen Deutsche schnüren in ihrer Freizeit die Laufschuhe – zumindest ab und zu. Schuhe binden und losrennen. Fischer selbst, der von Beruf Werbetexter ist, berichtet aus Erfahrung. Schließlich stecken ihm die Kilometer mehrerer Marathons in den Knochen.

Krimis haben es Gerd Fischer angetan

Das Buchcover des Krimis Lauf in den „Tod"

Doch der 40-Jährige ist nicht nur Vielläufer, sondern auch Vielschreiber. Krimis haben es dem Magister der Germanistik angetan. Vor „Lauf in den Tod“ kam „Mord auf Bali“ und es folgte „Der Mann mit den zarten Händen“. Immer ist es Kommissar Rauscher, der den Tätern auf die Spur kommt. „Ich habe ihn auf Bali im Urlaub erfunden“, sagt Fischer, „und seitdem begleitet er mich und ist bei meinen Lesern beliebt.“

Ein Autor zum Zuhören

Apropos Leser: Fischer ist kein Autor zum Davonlaufen, sondern zum Anfassen. Das zeigen die 15 Lesungen, die er im vergangenen halben Jahr gehalten hat. „Der Kontakt mit dem Publikum ist sehr wichtig“, argumentiert Fischer, „ich spüre, wie sie mitfiebern und nach den Lesungen mit mir ins Gespräch kommen wollen.“ Die Zuhörer und Leser interessieren sich dafür, wo ein Krimi angesiedelt ist, achten auf jedes Detail und finden es besonders spannend, wenn der Plot in ihrer bekannten Umgebung angesiedelt ist. „Der Lokal-Krimi boomt“, behauptet Fischer, „weil die Menschen ihre Umgebung aus der Perspektive eines Autors vorgestellt bekommen, also mit einem besonderen Blick auf Geschehnisse, Orte, Personen.“

Krimi auf „Frankforterisch“

Die Stadt, ihre Plätze, ihre Straßen werden in dem Krimi lebendig. Und die Figuren wirken authentisch. Es wird schon mal „Frankforterisch“ gesprochen und Rauscher liebt – wie nicht anders zu erwarten – Ebbelwoi und Handkäs mit Musik. „Aber“, hebt Fischer hervor, „die Geschichte muss mitreißen und die Spannung halten, sonst hilft auch kein Lokalkolorit.“

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