Laternen, Böller, Knallfrösche und Co.: Was ist erlaubt, was geht gar nicht?

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Verboten: Die Nutzung von Himmelslaternen.

Region Rhein-Main – Der Jahreswechsel naht und mit ihm steigt einmal mehr die Lust auf Glück bringende Rituale. Wie zum Beispiel das Steigenlassen von Himmelslaternen, manchmal auch als „Sky-Ballons“ oder Kong-Ming-Laternen bezeichnet. Doch diese harmlos anmutenden Leuchtkörper haben sich als überaus gefährlich herausgestellt. Von Frederick Bausch

Der ausgebrannte Dachstuhl der Altstadthäuser in Dieburg. Ursache: Herabgestürzte Himmelslaternen.

Vergangenen Sommer wurden zwei Häuser in der Dieburger Innenstadt Opfer eines Großbrandes. Wie sich während der Ermittlungen herausstellte, hatten herabstürzende Himmelslaternen das Feuer verursacht. In diesen Laternen befinden sich Kerzen, die brennend heiße Luft erzeugen und sie damit in die Höhe steigen lassen – gerade auch an Silvester ein beliebtes Spektakel. Doch die sanften Laternen können beim Herabstürzen zu gefährlichen Brandsätzen mutieren. Zwar ist der Besitz solcher Laternen nicht strafbar, das Steigenlassen schon: Ein Verstoß gegen die Verbots-Verordnung, die seit 23. Juli in Hessen in Kraft ist, kann mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro geahndet werden. In den angrenzenden Bundesländern ist es nicht anders: Auch in Bayern und Rheinland-Pfalz ist das Steigenlassen der Laternen untersagt.

Erlaubt, aber nicht ganz ungefährlich: Silvester-Feuerwerk mit speziellen Glitzer-Effekten.

Will man dennoch auf entsprechende Silvester-Rituale nicht verzichten, raten Experten, lieber zu klassischen Feuerwerkskörpern zu greifen. Besonders im Trend liegen nach Angaben der Bundesanstalt für Materialforschung- und Prüfung (BAM) in Berlin dieses Jahr wieder Batterien. Und die werden immer größer. „Darin sind mehrere Feuerwerkskörper nebeneinander aufgereiht und miteinander verbunden. Vorteil: Einmal das Streichholz gezündet, kann man sich dann das minutenlang andauernde Feuerwerk genüsslich ansehen“, sagt Lutz Kurth von der Arbeitsgruppe Pyrotechnik.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Die so genannten Polen-Böller sind gefährlich. „Schwerste Verletzungen wie abgetrennte Finger können die Folge sein, wenn die Böller gezündet werden“, warnt Hans Kronert von der Pressestelle der Feuerwehr Frankfurt. Daher ist es auch Tradition, dass die BAM jedes Jahr vor Feuerwerkskörpern ohne Sicherheitssiegel warnt.

Der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Klasse zwei (Prüfsiegel: BAM-PII plus eine Kombination aus vier Zahlen) ist nur vom 29. bis zum 31. Dezember erlaubt. Sie dürfen ausschließlich an Erwachsene verkauft werden. Zu dieser Klasse gehören Batterien, Knallfrösche, Schwärmer, Luftpfeifen, Vulkane, Raketen oder Fontänen.

Für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen sind nur Feuerwerkskörper der Klasse eins (Prüfsiegel: BAM-PI plus eine Kombination aus vier Zahlen): Dazu gehören Wunderkerzen, Tischfeuerwerk und Knallbonbons. Aber auch bei diesen harmloseren Knallern sollten die Eltern aber auf jeden Fall das Abfackeln beaufsichtigen.

Für Feuerwerkskörper der Klasse zwei gilt eine strikte „Knallzeit“: Sie dürfen nur zwischen Silvester 14 Uhr und Neujahr sechs Uhr abgebrannt werden. Das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern und Kinderheimen ist grundsätzlich nicht erlaubt. Blindgänger, die nicht explodiert sind, sollten liegen gelassen werden.

Erfahrungsgemäß halten sich jedoch viele Böller-Freaks nicht an diese Vorschriften und knallen fröhlich drauflos. „Das kann man nicht verhindern“, weiß Henry Faltin, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen: „Wir können nicht an jeder Ecke präsent sein. Aber wenn wir jemanden erwischen, ziehen wir die Feuerwerkskörper ein.“

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