Ärzte aber optimistisch

Lassa-Patient in Frankfurt ist schwer erkrankt

Frankfurt - Schlechte Nachrichten aus dem Frankfurter Universitätsklinikum: Der Zustand des Lassa-Patienten ist sehr schlecht. Die behandelnden Spezialisten zeigen sich heute auf einer Pressekonferenz aber dennoch optimistisch.

Der Mann aus Alzey ist Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts und hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen beim Kontakt mit dem Leichnam eines in Köln gestorbenen Lassa-Patienten infiziert. Es sei weltweit der erste Fall einer Ansteckung außerhalb von Afrika, sagte René Gottschalk, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Der genaue Übertragungsweg sei aber noch nicht aufgeklärt.

In der Nacht zum Mittwoch war der Mann auf die Sonder-Isolierstation der Uniklinik gebracht worden. „Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion“, sagte der behandelnde Oberarzt, Timo Wolf. Da der Mann, von dem die Mediziner weder das Alter noch andere Informationen bekanntgaben, in einem sehr frühen Stadium nach Frankfurt gekommen sei, bestünden gute Heilungsaussichten. Nach Angaben des Klinikums wird er mit dem Medikament Ribavirin behandelt.

Keine Gefahr für die Stadt

„In Frankfurt besteht für solche Fälle ein beispielhaftes Kompetenzzentrum, in dem Feuerwehr, Gesundheitsamt, Seuchenreferat des Landes Hessen und das Klinikum unbürokratisch und effizient zusammenarbeiten“, erklärt Professor Jürgen Schölmerich, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Und Dr. Timo Wolf ergänzte: „Aufgrund der umfangreichen Schutzmaßnahmen bei der Behandlung in der Isolierstation besteht keine Gefahr der Ausbreitung des Virus.“

Patienten mit besonders ansteckungsfähigen Infektionskrankheiten wie Lassa, werden nicht in den normalen Klinikgebäuden untergebracht, sondern in einer speziellen Sonderisolierstation in einem eigenen Gebäude. Die Zimmer sind luftdicht abgeschottet und die Abluft wird gefiltert. Alle Gegenstände, Kleidungsstücke und Ausrüstungsmaterialien, die im Isolierzimmer waren, werden entweder sorgfältig desinfiziert oder vernichtet. Auf der Station kümmert sich speziell geschultes Personal ausschließlich um die Isolierpatienten. Dabei tragen die Mitarbeiter zum Eigenschutz spezielle Schutzausrüstung mit Ganzkörperanzügen, Helmen, Stiefeln und besonderen Handschuhen. Wenn die Mitarbeiter das Isolierzimmer verlassen, werden sie zunächst mit Desinfektionsmitteln abgeduscht und ziehen dann – mit Hilfe speziell geschulter Kollegen – in einer vorgeschriebenen Reihenfolge die Schutzausrüstung aus. Unter den Bedingungen einer Sonderisolierstation kann aufgrund dieser Maßnahmen nahezu ausgeschlossen werden, dass Erreger in die Umgebung gelangen. Für Patienten und Besucher bestehe demnach keine Gefahr.

Die Uniklinik behandelte auf diese Weise bereits 2006 einen Lassa-Patient und 2014 einen an Ebola erkrankter Patient erfolgreich. dpa/skk

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare