Lars Junker sucht Kunst an Frankfurter Hauswänden und Stromkästen

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Wieder ein neues Kunstplakat gefunden: Lars Junker freut‘s.

Frankfurt – Mehr Schlaf, weniger Arbeit oder „Gameover“ für die Commerzbank: Abseits der Zeil, in Bockenheim, im Ostend und Nordend findet man fast an jeder Ecke Bilder und Sprüche, die auf Fliesen gemalt oder auf Papier gedruckt sind. Lars Junker ist auf der Suche nach ihnen. Immer mehr Frankfurter finden gefallen an der Kunst auf der Straße und veröffentlichen die Bilder im Internet. Von Jennifer Dreher

So sieht Frankfurter Streetart aus: Drei Männer tragen vermutlich die Commerzbank zu Grabe.

Plakate von Bette Davis, kleine Comic-Weltraummänner oder Schriftzüge: Mit ihren Werken tapezieren die Künstler die Stadt. Die meisten lösen sich nach und nach bei Regen auf. Daher sind sie nur kurze Zeit zu sehen. Doch solange sie frisch sind, werden sie von vielen Frankfurtern fotografiert und im Internet ausgetauscht – so auch von Lars Junker.„Ich habe immer eine Kamera dabei, um neue schöne Plakate zu fotografieren“, berichtet der IT-Entwickler. Aber nicht alles, was auf Wände geklebt und gesprüht wird, gefällt ihm. „Manches ist einfach nur Vandalismus und hat nichts mit Kunst zu tun“, gesteht er. Streetart, wie diese Form der Kunst genannt wird, ist weit verbreitet. „Auch auf meinen Reisen nach Portugal, Bulgarien und Frankreich suche ich nach neuen Motiven“, sagt der 40-Jährige. Seine Fotos veröffentlicht er in seinem Blog (http://blog.sensee.de/). Einer seiner Lieblingskünstler ist Bansky. Der Engländer ist einer der bekanntesten Streetart-Künstler. „Manche seiner Werke werden in der Szene hoch gehandelt“, sagt Junker. So weit ist die Frankfurter Szene noch nicht.

Auch für die Stadt Frankfurt ist diese Kunstform neu. „Bei all der Werbung in den Straßen, fällt einem kaum auf, was kommerziell und was Kunst ist“, berichtet Peter Postleb, Leiter der Stabstelle Sauberes Frankfurt.

Für ihn gilt aber null Toleranz gegenüber den Künstlern. „Auch wenn ein Bild hübsch ist, müssen wir jeden gleich behandeln“, sagt er: „Wer städtische Gebäude, Einrichtungen oder Plätze besprüht oder beklebt, muss ein Bußgeld sowie die Beseitigung zahlen.“ Und die könne mehrere hundert Euro kosten.

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