Reinhard Zincke hat das Wasser schon getestet

Im Langener Waldsee: Dekan fordert zur Freiluft-Taufe auf 

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Auch, wenn’s kalt ist: Dekan Reinhard Zincke zeigt, wo die Teilnehmer im Juni getauft werden.

Region Rhein-Main – Im Langener Waldsee werden am 21. Juni Jugendliche und Erwachsene bei einer großen Feier getauft. Der evangelische Dekan Reinhard Zincke hat schon mal das Wasser angetestet. Er hofft, dass sich unter den EXTRA TIPP-Lesern zahlreiche weitere Täuflinge finden. Von Christian Reinartz

Spiegelglatt liegt der Langener Waldsee da. Es ist kalt. Trotzdem hat sich Dekan Reinhard Zincke Schuhe und Socken ausgezogen, die Hose hochgekrempelt und ist ins eiskalte Wasser des flachen Uferbereichs gewatet. Hier wird sie stattfinden, die Freiluft-Taufe.

Wer sich ebenfalls am 21. Juni im Langener Waldsee taufen lassen möchte, meldet sich unter der Telefonnummer (06103) 300780 oder schreibt an ev.dekanat.dreieich @ekhn-net.de

Denn erst mit der Taufe gehören die Gläubigen zu den Christen so richtig dazu. Doch viele haben den Punkt verpasst. Entweder, weil die Eltern sie als Kinder selbst entscheiden lassen wollten, oder weil viele ihren Glauben erst als Erwachsene entdecken. „All diese Menschen können sich im Juni von uns taufen lassen“, sagt Dekan Reinhard Zincke. Er ist geistlicher Chef des Dekanats Dreieich und veranstaltet die ungewöhnliche Massentaufe jetzt zum zweiten Mal. Doch warum lassen sich die vielen Gläubigen nicht einfach in der Kirche taufen? „Da gibt es mehrere Gründe“, sagt Zincke. „Wir wollen an diesem Vormittag den Täuflingen und ihren Familien die Möglichkeit bieten, die Taufe an einem besonderen Ort und auf ganz besondere Weise zu erleben.“ Zum einen sei es für viele aber auch leichter, wenn sie nicht als einzelne im Mittelpunkt einer solchen Feier stünden. „Und auch für viele Menschen, die vielleicht keine große Verwandschaft oder Freundeskreis haben, ist es so angenehmer, als vor leeren Kirchenbänken getauft zu werden.“

Viele Kinder und Jugendliche sind dabei

Der Erfahrung nach seien es häufig Alleinerziehende, die das Angebot annehmen. Vornehmlich seien es bis jetzt allerdings Kinder und Jugendliche, die erkennten, dass sie zur Kirche dazugehören wollten. Vor Ort gibt es erst einen großen Gottesdienst, danach werden die Täuflinge in Kleingruppen durch den Sand ans Seeufer geführt, wo sie von Pfarrern in Empfang genommen werden. Gemeinsam gehen sie dann ins Wasser und werden beim Akt der Taufe, je nach Vorliebe, ganz oder auch nur zum Teil untergetaucht. Reinhard Zincke erklärt: „Das ist die ursprünglichste Form der Taufe.“

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