Was sie über die Kandidaten vielleicht nicht wussten!

Landratswahl-Kandidaten privat: Kneipenwirt, Lilien-Fan und Sportfreak

+
Darmstadt 98-Fan ohne Fernseher: Profi-Schneer?umer Christoph Zwickler.

Kreis Darmstadt-Dieburg - Am Sonntag, 19. April, wählen die Bürger des Kreises Darmstadt-Dieburg ihren neuen Landrat. Amtsinhaber Klaus Peter Schellhaas tritt dabei gegen die Herausforderer Werner Thomas, Peter Löwenstein und Christoph Zwickler an. Von Jens Dörr

Der EXTRA TIPP verrät eine Woche vor der Landratswahl im Kreis Darmstadt-Dieburg zu jedem Kandidaten etwas Persönliches, etwas unsere Leser vielleicht noch nicht wussten – wahr und stets zum Schmunzeln.

Schmiss mal die Kneipe eines Sch?tzenhauses: Klaus Peter Schellhaas.

Wer Landrat Klaus Peter Schellhaas schon bei etlichen öffentlichen Auftritten erlebt hat, der kennt gewiss zwei seiner Klassiker. Der erste ist sein Spruch, hessisch intoniert und in Anlehnung an keineswegs immer überspitze Erlebnisse auf Familienfeiern, beim Überreichen von Schecks: „Lieber ein Onkel, der was mitbringt, als eine Tante, die Klavier spielt.“ Die zweite Routine: Zu jedem Vereinsjubiläum spendiert Schellhaas einen Apfelbaum – „daraus kann man etwas Ordentliches machen, den Apfel essen oder zu Apfelwein machen.“ Mit dem Ausschank von Alkohol kennt sich der amtierende Landrat ebenfalls aus: Als Student schmiss er in seiner Heimat Modautal, in der er später Bürgermeister werden sollte, mit einigen Gleichgesinnten die Kneipe im Schützenhaus.

Sportlich und närrisch

Einen Baum pflanzt hin und wieder auch Herausforderer Werner Thomas, derzeit noch Bürgermeister Dieburgs. Dort kennt man ihn aber nicht nur aus dem Rathaus und von Veranstaltungen, sondern auch wild kostümiert, mit Fahrradhelm oder im Sportdress: Der „grüne Konservative“, wie ihn mancher Beobachter politisch einzuordnen versucht, erheitert mit der fastnachtlichen Gesangsgruppe Speeslochfinken alljährlich mehrere tausend Narren und wirft sich dabei in jede noch so ulkige Schale. Auch den Neujahrsempfang der Stadt bestreitet Thomas gern mal mit einem Liedchen statt einer Ansprache. Für seine Hartnäckigkeit, wann immer möglich das Fahrrad statt des Autos zu nehmen – auch vor wichtigen beruflichen Terminen – respektieren ihn selbst seine politischen Widersacher. Mancher nennt ihn mit Blick auf seine gute, beim Dieburger Triathlon bereits unter Beweis gestellten Kondition gar ehrfurchtsvoll ein „Ausdauertier“.

An Halloween als ?Botz? unterwegs: Peter L?wenstein von den Piraten.

Mit dem Sport hat es hin und wieder auch Pirat Peter Löwenstein, der hin und wieder joggen geht oder sich seinerseits aufs Fahrrad setzt. Letzteres wurde ihm jüngst zum Verhängnis: Ende Februar stürzte er aus dem Sattel, erntete eine geplatzte Lippe, mehrere Verstauchungen und eine gebrochene Hand. Wer ihm die in Unbedachtheit zu fest schüttelt, verursacht bei Löwenstein auch derzeit noch eine säuerliche Miene. Die ist nichtsdestotrotz in allen Lebenslagen deutlich heiterer als jene, die der Geschäftsführer einer Offenbacher IT-Beratung alljährlich an Halloween macht: Dann maskiert er sich mit einer Maske als Monster mit dem Namen „Botz“ und erheitert die Kinder der Altheimer Nachbarschaft.

Mehr Grund zum Strahlen als zum grimmigen Blick hat aktuell der parteilose Christoph Zwickler, der sein Geld mit einem Schneeräumungsdienst verdient. Seine Leidenschaft: Zwickler ist Stammgast am Darmstädter Böllenfalltor, drückt dem derzeit immens erfolgreichen Zweitligisten SV 98 die Daumen und fährt auch zu vielen Auswärtsspielen. Wenn Zwickler die „Lilien“ nicht live verfolgen kann, dann bekommt er weder Sulus Grätschen noch Hellers Sprints mit: „Ich habe keinen Fernseher – das spart eine Menge Zeit.“

Mehr zum Thema

Kommentare