Er lässt die Puppen tanzen

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Schaufensterpuppen tanzen für Berufsbekleidung. Eines der vielen Projekte von Andreas Koppe.

Offenbach – Werbung bringt uns immer wieder zum Staunen. Viele Spots und Fotos sind voll gepackt mit den verrücktesten Effekten und jeder Menge Technik. Viel davon entsteht im Computer. Für alles andere wird Dummy- und Setbauer Andreas Koppe gefragt. Von Andreas Einbock

Holzspäne fliegen durch die Luft. Auf der Werkbank liegt ein dicker Balken. Den bearbeitet Andreas Koppe mit einer Säge in seinem Offenbacher Atelier. „Das wird eine Schaukel für einen Werbekunden“, sagt Koppe. Zu seinen Auftraggebern zählen Fotografen, Filmproduktionen und Werbeagenturen.

Für die baut er seit 20 Jahren unter anderem Küchen und Bäder nach, modelliert Gepäckförderbänder oder stellt Hasenhügel her. „Ja, das war schon eine knifflige Sache. Dafür habe ich mitten im Januar eine saftige Wiese hergezaubert, einen künstlichen Berg auf ein Holzgestell gebaut“, erinnert er sich an die Produktion eines Osterhasen-Trailer fürs ZDF.

Werbeagenturen und Fotografen sind seine Kunden

Setbauer Andreas Koppe

Das Wichtigste seien zuverlässige Lieferanten wie Schlosser, Schreiner, Glasbläser, Drehereien, Lackierereien und Druckereien.

Zirka 80 Projekte realisiert der gelernte Goldschmied im Jahr. Gelegentlich reist er dafür nach Berlin, Hamburg oder Düsseldorf. „Den Großteil setze ich in meinem Atelier in ein bis drei Tagen um. Aber Großprojekte dauern schon mal einen Monat“, sagt Koppe.

So wie beispielsweise die Arbeit für einen Berufsbekleidungshersteller, für den er über 50 Schaufensterpuppen organisierte. „Die Puppen mussten in ungewöhnliche Formen gebracht werden. Dazu habe ich Zwischenwinkel eingebaut, Gelenke umgesetzt und Hilfskonstruktionen verbaut. Und natürlich alle Hintergründe und den Boden hergestellt“, berichtet Koppe,, dessen Spezialgebiete Metall, Holz und Kunststoff sind.

Aus diesen Materialien hat er schon eine überdimensionale Kaffeebohne, die später Straßenbahn fuhr, ein U-Boot-Sehrohr, das aus einer Pfütze herausragte, und einen Elefantenrüssel, der aus einem Vogelhäuschen herauskam, konstruiert und gebaut.

Er bringt Leben in die Werbung

Die konjunkturelle Schwächephase bekam auch Koppe zu spüren. „Doch die zunehmende Konkurrenz des 3-D-Designs, bei der vor allem Autos und Technik komplett animiert werden, bereitet mir mehr Sorgen“.

Weitere Infos unter: http://www.dummybau.com.

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