Bereits 1500 Unterstützer

Das fordert die Lärmopfer-Partei LUPe

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Die neue Partei LUPe hat den Flughafen im Blick.

Region Rhein-Main – Lärmopfer haben nun eine eigene Partei. Eine, mit der sie sich Gehör verschaffen könnten. Denn die LUPe (steht für Lärmfolter, Umwelt, Politik, ehrlich) hat 1500 Unterstützer aufgeboten aus 53 hessischen Kommunen, die die Parteigründung unterstützen.  Von Christian Reinartz

Dem EXTRA TIPP hat LUPe-Chef Klaus Zimmer exklusiv das neue Parteiprogramm verraten.

„Damit sind wir zur Landtagswahl zugelassen“, sagt Spitzenkandidat und Gründer Klaus Zimmer aus Hochheim. „Jetzt kann uns keiner mehr Steine in den Weg legen. Jetzt entscheidet der Wähler.“

Sie wollen über die Fünf-Prozent-Hürde

LUPe-Chef  Klaus Zimmer

Und von denen , so glaubt Zimmer würden sich viel mehr gegen den Fluglärm entscheiden, als sich „die großen Parteien zu träumen wagen.“ Sein erklärtes Ziel:„Wir wollen über die Fünf-Prozent-Hürde und das Zünglein an der Wage sein. Wer dann regieren will, muss uns ins Boot holen.“ So könnte man die Parteien dazu bewegen, endlich etwas gegen den Fluglärm in der Region zu unternehmen. „Aber das schaffen wir auch noch“, sagt Zimmer optimistisch.

Bilder: Flugzeug reißt Ziegel von Flörsheimer Dach

Flugzeug-Wirbelschleppe reißt Ziegel von Flörsheimer-Dach

Der Weg zur Parteigründung sei schon ziemlich steinig gewesen. „Keines der Bündnisse gegen den Fluglärm wollte uns unterstützen.“ Der Grund, sagt Zimmer: „Die meisten Sprecher, die sich dort engagieren, sind bei den Grünen. Deshalb sind wir da nicht gerne gesehen. Die haben Angst, dass ihrer Partei die Stimmen weggenommen werden.“

Ausweitung des Nachtflugverbots

Trotzdem haben es Zimmer und seine Parteifreunde geschafft, und auch schon ein Parteiprogramm entworfen, das klar regelt, wie in Zukunft mit dem Flughafen Frankfurt verfahren werden soll. „Wir fordern eine Ausweitung des Nachtflugverbotes auf 22 bis sechs Uhr“, sagt Zimmer. „Dazu eine Deckelung der Flugbewegungen auf 380.000 pro Jahr statt 790.000, die möglich wären.“

Verlagerung auf Flughäfen Hahn und Kassel Calden

Die aber wohl tiefgehendste Forderung der LUPe ist die Verlegung und damit die Abschaffung der Nordwestlandebahn. „Wir wollen eine teilweise Verlegung des Verkehrs auf die Flughäfen Hahn und Kassel Calden.“ Dann wäre die Nordwest-Landebahn überflüssig, und der Luftverkehr sei besser verteilt.

Um die Entfernung nach Hahn zu überbrücken, will LUPe eine Transrapidstrecke bauen, die die beiden Flughäfen in 20 Minuten Fahrzeit verbinden und die zwei zu einem einheitlichen Flughafensystem machen würde. „Das gute an unserem Plan ist, dass keine Arbeitsplätze wegfallen, sondern nur räumlich verlegt werden.“

Neue Transrapidstrecke nach Frankfurt Hahn

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Zimmer ist sich jedoch bewusst, „dass wir keine Freunde bei den etablierten Parteien haben. Und gerade die Grünen sehen uns als direkte Konkurrenz, die ihre Wähler abgreift.“ Für Zimmer ist das aber Unsinn: „Die Menschen haben den Fluglärm satt. Also muss man etwas dagegen tun. Und da die Grünen das bisher nicht tun, müssen wir es machen.“

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