Verkehrsbelastetes Rhein-Main-Gebiet

Kampf gegen den Feinstaub

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Die hohe Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung stellt in ganz Europa ein Problem dar. Mit Einrichten von Umweltzonen wird versucht, Schadstoffe zu reduzieren.

Region Rhein-Main – Lärm und Feinstaub erhöhen das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen – das ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie des Westdeutschen Herzzentrums in Essen. Von Fabienne Seibel

Für die Bewohner des stark verkehrsbelasteten Rhein-Main-Gebiets ist das keine erfreuliche Nachricht. Doch was genau tun Großstädte wie Frankfurt, Darmstadt und Offenbach gegen die gefährlichen Luftschadstoffe?

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Grüne Plakette in Frankfurter Umweltzone

Frankfurt: Seit Januar des vergangenen Jahres dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Umweltzone, die 2008 eingerichtet wurde, einfahren. Laut Umweltamt der Stadt Frankfurt sind die Maßnahmenmöglichkeiten zur Feinstaubreduzierung mit der aktuellen Luftreinhalteplanung größtenteils ausgereizt. Trotzdem wurden in den vergangenen Jahren mehrmals die zugelassenen Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Grenzwerte überschritten.

Wetter hat Einfluss auf Feinstaub

Besonders problematisch ist es rund um die Friedberger Landstraße. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) können dort nur schwer eingehalten werden, da sich aufgrund der engen Bebauung und dem hohen Verkehrsaufkommen Luftschadstoffe vermehrt anreichern. In Bezug auf den Feinstaub hat auch das Wetter einen großen Einfluss, denn vor allem in den Wintermonaten kommt es zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen. Auch für dieses Jahr ist die Prognose des Frankfurter Umweltsamtes, dass der Grenzwert für Stickstoffdioxid an der Friedberger Landstraße mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eingehalten werden kann. Peter Dommermuth vom Frankfurter Umweltamt sagt, dass die Problematik der steigenden Stickstoffdioxid-Werte europaweit besteht und deshalb die EU gefragt sei, etwas dagegen zu unternehmen.

Offenbach: Obwohl an mehreren Stellen im Stadtgebiet teils deutliche Grenzwertüberschreitungen von Stickstoffdioxid festgestellt wurden, forderte die Stadt beim Umwelt- und Verkehrsministerium die Einrichtung einer Umweltzone für Offenbach. Dies wurde im Februar des vergangenen Jahres durch das Verkehrsministerium jedoch verweigert. Ein von der Stadt entworfenen Luftreinhalteplan kann deshalb nicht rechtskräftig werden. Astrid Tschann von der Stadt Offenbach sagt: „Für uns ist das völlig unverständlich. Das Thema befindet sich noch in der interministeriellen Klärung.“

Darmstadt: Auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügt bisher noch über keine Umweltzone, obwohl in der Darmstädter Luft ebenfalls überhöhte Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werte festgestellt wurden. Vor sieben Jahren trat ein erster Luftreinhalteplan für Darmstadt in Kraft, dessen Maßnahmen in den Folgejahren dazu beitrugen, dass der Feinstaub-Grenzwert eingehalten wurde. Durch Verkehrszunahme wird der Feinstaub-Grenzwert nun jedoch immer wieder überschritten. Deshalb besteht seit Jahren ein LKW-Durchfahrtsverbot. Auch über die Einrichtung einer Umweltzone mit Fahrverboten für Fahrzeuge mit veralteter Abgastechnik wird seit Jahren diskutiert.

Umweltzone soll es auch in Darmstadt geben

Darmstadts Pressesprecherin Sigrid Dreiseitel erklärt, dass ein bisheriges Problem darin bestand, dass die Hessische Landesregierung vorgab, dass es für Darmstadt entweder ein LKW-Durchfahrtsverbot oder eine Umweltzone gebe. Nicht beides zugleich. Dreiseitel sagt: „Dieses Problem ist mittlerweile geklärt und wir stecken mitten in den Vorbereitungen zur Einrichtung einer Umweltzone in Darmstadt. Diese ist für das Jahr 2014 geplant.“

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