Kunst aus Steuergeldern verstaubt im Keller

+
Ulrike Mieth mit einem Foto vom Kunstwerk ihres Vaters.

Königstein – Als das Krankenhaus Bod Soden in den 70ern eingeweiht wurde, hing ein Kunstwerk von Hans Meinke darin. Jetzt ist das Werk verschwunden. Wo es ist, will das Krankenhaus der Tochter des Künstlers nicht verraten. Dabei, findet diese, hat die Bevölkerung ein Recht darauf, das Werk zu sehen: Es wurde mit Steuergeldern finanziert. Von Julia Renner

Einen Wettbewerb hatte der Main-Taunus-Kreis vor mehr als 40 Jahren ausgeschrieben und den hatte Hans Meinke für sich entschieden. Er sollte für den Eingangsbereich des damaligen Kreiskrankenhauses ein Kunstwerk anfertigen.

Entstanden ist ein siebenteiliger Aluminiumguss mit Mosaikeinlagen, mehrere Meter lang und einige hundert Kilo schwer. „Eine sehr, sehr teure Arbeit“, sagt Meinkes Tochter Ulrike Mieth. Vor einiger Zeit, der Vater war längst gestorben, stellte Mieth fest, dass das Werk nicht mehr an seinem Platz hing.

Suche nach geeignetem Platz

Die pensionierte Richterin fragte nach, zunächst bei Landrat Berthold Gall. Gall schrieb zurück, dass das Werk ihres Vaters „in Verwahrung genommen wurde“ und so „für die Zukunft weiterhin zur Verfügung steht“. Außerdem gehöre die Plastik nun dem Krankenhaus, da dieses in eine GmbH umgewandelt wurde. Die Klinik werde nach Abschluss von Umbaumaßnahmen einen „geeigneten Platz“ für das Werk finden. Das ist jetzt zwei Jahre her, das Werk hängt noch immer nicht.

Über einen Anruf des Krankenhaus-Geschäftsführers Helmuth Hahn-Klimroth hat sich Mieth dann sehr geärgert: „Er war der Auffassung, es gehe mich nichts an, was mit dem Werk passiert.“ Er würde entscheiden, welcher Schmuck die Krankenhauswände ziere.

Ulrike Mieth will sich das nicht gefallen lassen. „Das Werk gehört der Öffentlichkeit und für diese soll es auch erhalten bleiben!“

Claudia Planz, Sprecherin des Krankenhauses, will des Verhalten von Helmuth Hahn-Klimroth nicht kommentieren. „Das Werk wurde allerdings sorgfältig im Krankenhaus eingelagert.“ Das sei schon vor einiger Zeit passiert, zum Beginn umfangreicher Umbauarbeiten. „Wenn im April die letzten Arbeiten abgeschlossen sind, wird das Werk wieder aufgehängt. Wo, steht noch nicht fest.“

Ulrike Mieth wundert diese Aussage. „Davon, es wieder aufzuhängen, war bisher nie die Rede“, sagt die 65-Jährige. Die Eingangshalle sei doch fertig, dann hätte man es schon längst aufhängen können. Hahn-Klimroth habe ihr gesagt, dass das Werk nicht in die Halle passe. Beim Main-Taunus-Kreis heißt es, dass das Kunstwerk „im Rahmen des Umbaus“ abgehängt wurde. Bald solle es wieder hängen: „An welcher Stelle genau, obliegt der Entscheidung der Kliniken.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare