Offenbacher Designer:

Küche 2020 ist auch ein Wohnzimmer

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Im Jahr 2020 sind Küche und Wohnzimmer zum gesellschaftlichen Mittelpunkt verschmolzen.

Offenbach – Auf der Touch-screenoberfläche der Küchentheke erscheint die Morgenzeitung. Nebenbei lassen sich Online-Rezepte für das Mittagessen abrufen und gleichzeitig wird auf dem Induktionsherd gekocht. So könnten Küchen in ein paar Jahrzehnten aussehen. Von Fabienne Seibel

Ob die Küchen-Ideen des Offenbacher Designbüro Aroma-ID um Chef Karsten Küber jemals Realität werden, ist ungewiss. Fest steht allerdings, dass die Offenbacher Visionen preisgekrönt sind. Er und sein Team haben für ihr Projekt „Küche der Zukunft: 2020 – 2035 – 2050“ den Siemens-Future–Living–Award gewonnen. Dieser Preis wurde auf der Living Kitchen Messe, der Fachmesse für Küchen und Elektrogeräte in Köln, diese Woche verliehen.

„Uns ist es gelungen, mit dem Projekt positive Möglichkeiten der Zukunftsvisionen rund um das Thema Kochen und Leben zu entwickeln und voranzutreiben“, berichtet Küber. Um sich die Küchen der Zukunft vorstellen zu können, schickt der Entwurf drei fiktive Personen auf eine Zeitreise. Unterschiedliche Zeitebenen zeigen die Entwicklung des Wohnraums Küche in drei Schritten. Die entwickelten Szenarien berücksichtigen die zu erwartenden kulturellen, technischen und klimatischen Veränderungen der Zukunft.

„Lifestyle tomorrow“ im Jahr 2020 zeigt zum Beispiel eine kompakte Kücheneinheit, die trotz knappen Wohnraums viel bietet. Wohnzimmer und Küche verschmelzen miteinander. Die Arbeitsplatte kann beliebig aufgeteilt werden. Geräte lassen sich durch den in der Küchentheke eingelassenen Touchscreen betätigen, auf dem sich auch Kommunikationsmedien wie Filme, Spiele und Internet abrufen lassen. So wird die Küche zu einem Wohnraum, in dem man zusammenkommt und Bewirtung und Unterhaltung möglich sind. Im regen Dialog lässt es sich gemeinsam kochen und wohnen.

Die Jury überzeugte das Projekt wegen seines ganzheitlichen Ansatzes, der nicht nur das Produkt Küche, sondern auch die Lebensumstände berücksichtigt.

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