Krimilesung in Friedrichsdorf

Krimi-Autorin Krystyna Kuhn: „Ich habe Interesse am Tod“

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Mord ist ihr Hobby: Zurzeit arbeitet Krystyna Kuhn an einem Psychothriller.

Friedrichsdorf – Krimis sind ihre Passion. Das gilt auch für ihren Roman „Totenkind“, aus dem Krystna Kuhn  in Garniers Keller in Friedrichsdorf vorlesen wird.  Der EXTRA TIPP hat mit der Krimi-Autorin gesprochen, die viele Jahre in Wehrheim im Taunus lebte. Von Dirk Beutel

Warum schreiben Sie immer Krimis?

Ich habe ein großes Interesse an dem Thema Tod. Ich habe schon als Kind immer Todesanzeigen gelesen und finde Friedhöfe sehr interessant. Jeder Grabstein verbirgt ein Schicksal. Jedes Schicksal ist eine Geschichte. Der Krimi thematisiert Ängste, Urängste, Aggressionen und Gewalt.

Könnten Sie sich auch vorstellen ein Drehbuch für den Tatort zu schreiben?

Das Drehbuch reizt mich sehr. Nicht als Fulltime-Job. Dafür wäre es mir zu starr in seinem Aufbau, andererseits glaube ich, dass gerade die strengen Regeln für meine Disziplin sehr von Vorteil wären. Darüber hinaus bewundere ich wie Drehbuchautoren sozusagen rein über den Dialog die Handlung in Gang bringen und den Plot entwickeln.

Wie sind Sie überhaupt zum Schreiben gekommen?

Ich bin mit sieben Geschwistern in einem Unternehmerhaushalt aufgewachsen. Lesen bedeutete für mich in der Kindheit Flucht in die Fantasiewelt. Ich habe schonals Kind viel geschrieben – vor allem Märchen, später während des Studiums Lyrik und Kurzgeschichten.

In Friedrichsdorf werden sie aus „Totenkind“ vorlesen. Das Buch spielt in Frankfurt. Ist die Stadt eine gute Kulisse für eine Krimis?

In „Totenkind“ steht der legendäre Satz: Wer Frankfurt nicht versteht, versteht Deutschland nicht! Ich glaube immer noch, dass er stimmt. Hier prallen Gegensätze aufeinander. Großbanken und Rotlichtmilieu. Nationalitätenvielfalt. Kultur. Oper. Lesungen. Und alles spielt sich mitten in der Stadt ab. Deshalb ist Frankfurt für mich die ehrlichste Stadt in Deutschland. Sie lügt nicht, was die Atmosphäre betrifft. Ich kenne die neueste Statistik nicht, aber eine Zeit lang galt Frankfurt als Hauptstadt des Verbrechens. Noch ein Grund, hier Krimis anzusiedeln und dann kenne ich mich natürlich aus.

In „Totenkind“ geht es um Kinderhandel. Wie sind sie auf dieses Thema gestoßen?

Auf das Thema Kinderhandel bin ich gestoßen durch einen Zeitungsartikel. Ein niederländisches Diplomatenpaar hat in Asien ein Kind adoptiert und als das Mädchen nicht so war, wie sie es gerne hätten, haben sie es einfach wieder zurückgegeben. Einen Kriminalroman habe ich darüber geschrieben, weil es damals mein bevorzugtes Genre war. Aber auch, weil es ein Verbrechen ist, so mit Kindern umzugehen. Als seien sie eine Ware mit gesetzlich vorgeschriebener Garantiezeit. Der Kriminalroman kann gesellschaftliche Grundhaltungen auf die Spitze treiben, indem er sie in einem Verbrechen eskalieren lässt.

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Die Lesung findet am Dienstag, 5. Februar, um 20 Uhr in Garniers Keller in Friedrichsdorf (Hugenottenstraße 117) statt.

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