Ein Krokodil, das auf Süßes steht

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Der Frankfurter Stefan Namyslo mit dem Krokodil, das Schokoriegel zerteilt.

Darmstadt/Frankfurt – Nicht jeder Studiengang ist trocken und theoretisch. An der Technischen Universität Darmstadt haben Studenten bei einem Wettbewerb einen Schokoriegel-Zerteiler entwickelt. Ihr Krokodil kann in zwei Minuten 13 Schokoriegel in mundgerechte Häppchen zerkleinern. Von Silke Gottaut

So akkurat sieht der Riegel in vier Stücke zerteilt aus.

Es leuchtet grün, ist 20 Zentimeter groß, 1,8 Kilo schwer und zerbeißt Schokoriegel: Das Schoko-Krokodil der Technischen Universität Darmstadt. „Das Prinzip des zupackenden Krokodils ist ganz einfach“, sagt der Frankfurter Stefan Namyslo, Student des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik: „Man lässt zum Beispiel einen Kitkat-Riegel auf der Lade in das weit geöffnete Maul des Reptils gleiten. Per Knopfdruck schnappt es zu.“ Dieser Vorgang geht in sekundenschnelle und ist so leise, dass man davon nicht wirklich etwas hört. Anschließend wird der Riegel mittels eines Hebelarms gegen ein Gitter mit drei Klingen gedrückt, so dass danach vier gleich große Schokoladenteile entstehen.

Auf der Oberseite des Krokodils liegen die Stücke dann zum Verzehr bereit. „Diese ist mit einem elektronisch gesicherten Deckel ausgestattet, damit sich niemand verletzt“, erläutert Namyslo.

Die Aufgabe der Lehrveranstaltung „Praktische Entwicklungsmethodik“ lautete: „Wie wird ein Schokoriegel am besten zerschnitten, zerkleinert oder zerbrochen?“ Ein Semester hatten 17 Studenten, die sich in drei Gruppen einteilten, Zeit für ihr Projekt.

Krokodil oder Kaninchen?

Eine Voraussetzung war, dass die Methodik anwendbar sein muss“, sagt Carsten Neupert, Diplom-Ingenieur und Leiter des Projektes. „Des Weiteren mussten die Schokoladenriegelteile von der Jury, die aus drei Vertretern aus der Wirtschaft bestand, unbedenklich gegessen werden können. Es wurde zudem nach Volumen, Gewicht, Design und Sicherheit entschieden“, ergänzt Neupert.

Namyslo und seine fünf Kommilitonen wollten innovativ sein und zuerst ein Kaninchen bauen. Doch aufgrund der Geometrie haben sie sich für ein Krokodil entschieden. Weil die Kanten des Riegels genau sein sollen, beschlossen sie, dass das Schneiden mit Klingen exakter ist. „Beim Brechen kann etwas Vermatschtes rauskommen“, befürchteten Namyslo und seine Kollegen.

Die Jury entschied sich aufgrund des schnellen Tempos für das blauäugige, leuchtende Krokodil. Über den Sieg freute sich Stefan Namyslo sehr: Die praktische Umsetzung habe geholfen, dass ganze theoretische Wissen besser zu verstehen.

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