Hessischer Verband schlägt andere Konzepte vor

Kritik am geplanten Makler-Gesetz

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Neues Gesetz entlastet den Mieter und Käufer.

Region Rhein-Main – Die Freude über die neue Wohnung wird oft getrübt, wenn die Makler-Rechnung im Briefkasten landet. Ein geplantes Gesetz soll nun nicht mehr automatisch den Mieter oder Käufer zum Zahler machen. Von Norman Körtge

2,38 Nettokaltmieten verlangen die meisten Makler als Provision für die erfolgreiche Vermittlung. Meist vom Mieter, obwohl der den Makler gar nicht beauftragt hat. Da kommen neben den Kosten für den Umzug und das ein oder andere neue Möbelstück zusätzlich noch einige Hundert bis Tausend Euro zusammen, die der Makler erhält. Fein raus ist der Vermieter als eigentlicher Auftraggeber.

Das soll sich nach dem Willen der Bundesregierung nun ändern. Bundesjustizminister Heiko Maas will in den nächsten Wochen ein Gesetz einbringen, das dem Bestellerprinzip folgt. Heißt: Wer den Makler bestellt, soll auch zahlen.

Kritik vom Immobilienverband Hessen/Thüringen

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„Das ist ein Relikt aus dem Wahlkampf, dass jetzt versucht wird umzusetzen“, meint Stephan Schlocker, Sprecher des Immobilienverbandes Hessen/Thüringen, der unter anderem die Interessen der Immobilienberater und Makler vertritt. Schlocker selbst und eine Vielzahl seiner Kollegen halten von der Gesetzesinitiative nicht viel. Vielmehr befürchten Branchenkenner, dass Vermieter nun entweder die Makler-Provision auf irgend eine Art und Weise auf den Mieter umlegen oder ganz auf den Makler verzichten. In diesem Fall drohe wegen zum Beispiel unzulässiger Klauseln im Mietvertrag viel Ärger zwischen Mieter und Vermieter. Die Makler sehen sich hier als das Korrektiv zwischen Mieter und Vermieter.

Alternative Konzepte

Gleichwohl erkennt Schlocker, der nach eigener Aussage in seinem Beruf mit Leib und Seele dabei ist, dass das bisherige Provisionssystem von dem ein oder anderen als unfair empfunden werden kann. „Warum soll derjenige, der die Wohnung bekommt, für die ganze vorher geleistete Arbeit bezahlen?“, fragt Schlocker selbst. Er kann sich gut vorstellen, dass auf Honorarbasis gearbeitet wird, also stundenweise abgerechnet wird.

Einen Schritt weiter ist Petra Jung aus Mörfelden-Walldorf mit ihrem Internet-Portal Immobilienwichtel.de. Sie arbeitet nicht auf Provisionsbasis, sondern bietet Festpreis-Pakete für Vermieter und Verkäufer an. „Es ist einfach kundenfreundlicher und vor allem der Käufer spart Geld“, berichtet sie. Es gehe auch ohne Makler, meint Jung selbstbewusst.

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