27 Fragen für den 27. September:

Kreis Offenbach: Das etwas andere Interview mit den Bewerbern für das Landratsamt

Kreis Offenbach - Robert Müller (Grüne) sieht das Kreishaus als Problemviertel und sehnt sich nach Captain Future. Der amtierende Landrat Oliver Quilling (CDU) liebt Stöffche, Thriller und verteidigt PPP. Und Carsten Müller (SPD) bekommt gute Tipps von seinem Vater, schaut wenig Fernsehen und will der Ausgrenzung entgegen wirken. Die drei Bewerber für das Amt des Landrats stellen sich vor.

Vervollständigen Sie folgenden Satz: Ich wäre ein guter Landrat….

Oliver Quilling: ...weil ich als Landrat die Interessen der Kreisbevölkerung in den Mittelpunkt meines Handelns stelle.

Robert Müller: …weil ich rechnen kann und für Probleme Lösungen finde statt Ausreden.

Carsten Müller: ... weil ich den Menschen zuhören kann und für sachorientierte Lösungen stehe.

Sortieren Sie diese Probleme, die 2016 für den Kreis Offenbach anstehen, nach ihrer Wichtigkeit: Haushalt, Unterbringung der Flüchtlinge, Fluglärm.

Oliver Quilling: Unterbringung der Flüchtlinge, weil es die aktuelle Lage erfordert, Haushaltslage, denn der Haushalt 2016 steht, Reduzierung des Fluglärms, weil das Ergebnis der Lärmpausen abgewartet werden muss.

Robert Müller: Haushaltslage, Unterbringung der Flüchtlinge, Reduzierung des Fluglärms.

Carsten Müller: 1. Flüchtlinge, 2. Haushalt, 3. Fluglärm.

War PPP ein Fehlgriff?

Oliver Quilling: Nein, unsere Schulen sind in einem Toppzustand, um den uns viele beneiden.

Robert Müller: Ja, unbestreitbar.

Carsten Müller: Nein, da sämtliche Schulen saniert und auf den Stand der Zeit gebracht wurden.

Sie haben einen Wunsch frei bei Angela Merkel. Wie würde der lauten?

Oliver Quilling: Wer bestellt, soll bitte auch bezahlen.

Robert Müller: Bitte kümmern Sie sich um die Folgekosten für die Kommunen, bevor Sie Versprechen abgeben.

Carsten Müller: Dafür zu sorgen, dass die EU für eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge sorgt.

Mit wie viel Prozent der Wählerstimmen für Ihre Person wären Sie am Wahlabend zufrieden?

Oliver Quilling: 50 Prozent plus eine Stimme.

Robert Müller: Hauptsache Stichwahl.

Carsten Müller: 50,1Prozent.

Mal ehrlich: Braucht man Landrats-Direktwahlen überhaupt noch?

Oliver Quilling: Direkte Demokratie ist immer ein guter Weg.

Robert Müller: Ja, weil sonst alles im Hinterzimmer abliefe.

Carsten Müller: Dies regelt der Landtag.

Wo ist für Sie der schönste Platz im Kreis Offenbach?

Oliver Quilling: Zuhause, bei meiner Frau Andrea.

Robert Müller: Im Mühlheimer Buchladen.

Carsten Müller: Bei meiner Frau und meinen beiden kleinen Kindern.

Drei Dinge, die jeder über den Kreis Offenbach wissen muss?

Oliver Quilling: Starker Standort, hohe Lebensqualität, tolle Menschen.

Robert Müller: Main, Wald, Heimat.

Carsten Müller: Er ist liebenswert, weltoffen und attraktiv.

Lieber Apfelwein oder Mispelchen?

Oliver Quilling: Stöffche.

Robert Müller: Sauergespritzt.

Carsten Müller: Apfelwein.

OF oder doch lieber ein anderes Autokennzeichen?

Oliver Quilling: OF hat mittlerweile Tradition.

Robert Müller: Ein anderes.

Carsten Müller: OF.

Nach Ihrer Meinung: Wo sehen Sie die größte Herausforderung für den Kreis Offenbach?

Oliver Quilling: Die gute Integration der vielen Flüchtlinge.

Robert Müller: Die Haushaltssanierung.

Carsten Müller: Der Ausgrenzung von Menschen entgegenzuwirken.

Gibt es im Kreis Offenbach Problemviertel?

Oliver Quilling: Es gibt 13 starke Kommunen.

Robert Müller: Das Kreishaus, insbesondere der große Sitzungssaal.

Carsten Müller: Wenn wir präventive Arbeit machen können, dann nicht.

Schon mal wegen Geschehnissen im Kreis Offenbach nicht geschlafen?

Oliver Quilling: Nein, auch wenn man manches Problem mit nach Hause nimmt.

Robert Müller: Nein.

Carsten Müller: Ja.

Nach welchem Kindheitshelden sehnen Sie sich heute am meisten?

Oliver Quilling: Alle Helden von Ottfried Preussler und Enid Blyton.

Robert Müller: Captain Future.

Carsten Müller: Nach meinem Opa.

Welche Rolle spielt für Sie als möglicher Landrat die Zugehörigkeit zu Ihrer Partei?

Oliver Quilling: Das Amt des Landrats verstehe ich als überparteilich; aber die CDU ist klar meine politische Heimat.

Robert Müller: Ein Landrat muss überparteilich sein.

Carsten Müller: Ich werde meine Parteizugehörigkeit nicht verleugnen und bin stolz darauf.

Beschreiben Sie das Gefühl zu Beginn als Sie Politik gemacht haben?

Oliver Quilling: Als 18-Jähriger wollte ich Dinge zum Besseren verändern.

Robert Müller: Wut wegen Hoyerswerda.

Carsten Müller: Es war aufregend und spannend, da alles neu und intensiv war.

Einen Satz Ihres Vaters, den Sie nie vergessen werden?

Oliver Quilling: Mein Vater verstarb leider schon als ich sieben Jahre alt war.

Robert Müller: Wer zu groß ist für die kleinen Aufgaben, ist zu klein für die großen Aufgaben.

Carsten Müller: Mein Vater gibt mir viele gute Tipps.

 

Ist der Kreis eine Reise wert?

Oliver Quilling: Ja, unbedingt!

Robert Müller: Auf jeden Fall!

Carsten Müller: Ja.

Wo kommen Ihnen die besten Ideen?

Oliver Quilling: Gespräche mit meiner Frau inspirieren mich besonders.

Robert Müller: Beim Kochen.

Carsten Müller: Zu Hause bei meiner Familie.

Welche Eigenschaft hilft als Landrat überhaupt nicht?

Oliver Quilling: Große Reden schwingen, statt Probleme im Sinne der Bürger anzupacken.

Robert Müller: Eitelkeit.

Carsten Müller: Wenn man beratungsresistent wäre.

Welche Grußformel nutzen oder würden Sie im Kreishaus nutzen?

Oliver Quilling: Das wechselt je nach Tageszeit, oftmals ein schlichtes „Hallo“.

Robert Müller: Guten Tag.

Carsten Müller: „Hallo“ und „Guten Morgen“.

Haben sie sich schon mal komplett bei einer Rede verhaspelt?

Oliver Quilling: Glücklicherweise noch nie.

Robert Müller: Nein.

Carsten Müller: Ja.

Wie viel öffentliche Wahlkampftermine haben Sie bis jetzt ungefähr absolviert?

Oliver Quilling: Etwa 100.

Robert Müller: 50, 60 oder mehr?

Carsten Müller: Mehr als 200.

Langer Tag, erschöpft, Sie kommen heim, machen die Glotze an und schauen am liebsten…

Oliver Quilling: Thriller.

Robert Müller: nichts, ich freue mich auf meine Familie.

Carsten Müller: Die Glotze bleibt meist aus.

Alle sprechen über das Ehrenamt: Jetzt haben Sie die einmalige Möglichkeit einen Ehrenamtlichen aus dem Kreis Offenbach besonders zu loben?

Oliver Quilling: Jedes ehrenamtliche Engagement ist lobenswert!

Robert Müller: Mein Freund Karl Henn, viel zu früh verstorben, er hatte sich immer für Behinderte eingesetzt aber nie über sein eigenes Schicksal gejammert.

Carsten Müller: Sie sind alle zu loben.

Wenn Sie nicht Landrat werden, machen Sie was?

Oliver Quilling: Dann bin ich wieder Anwalt.

Robert Müller: Ich habe einen sehr guten Job.

Carsten Müller: Ich bin noch 18 Monate als Kreisbeigeordneter im Amt.

Ihre größte Schwäche?

Oliver Quilling: Süßigkeiten.

Robert Müller: Namen merken. Wenn ich sie mir nicht direkt notiere, vergesse ich sie.

Carsten Müller: Süßspeisen kaum widerstehen zu können.

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