Kreis Offenbach: Ausländer müssen Abschiebung selbst zahlen!

Offenbach - Delia Pasca kann nicht mehr ruhig schlafen. "Ich habe gedacht, der Horror wäre vorbei", sagt die junge Mutter. Sie hat vor einem halben Jahr einen Sohn geboren, lebt mit einem deutschen Mann zusammen. Diese Idylle ist jetzt in Gefahr.

"Ich habe das Geld nicht. Wir leben am Minimum."Dabei hatte sie mit den Schrecken der Abschiebung eigentlich abgeschlossen. "Obwohl sie mich ohne Vorankündigung wie eine Verbrecherin abgeholt haben", sagt Pasca. Später hat sie herausgefunden, dass die offizielle Begründung "Fluchtgefahr" lautete. "Das ist Quatsch. Ich hatte doch einen sicheren Job", sagt Pasca. Ihre Vermutung: "Diese Behörde will mir jetzt eins reinwürgen, weil ich wieder hier bin und sie nichts dagegen machen können."Pascas Fall ist nur die Spitze des Eisbergs. Würde morgen die Türkei der EU beitreten, würden übermorgen die Rechenmaschinen im Kreishaus rattern. Denn der Strom an abgeschobenen Türken, die wieder nach Deutschland wollen, wäre zweifelsohne lang. Kreis-Sprecherin Cordula Egenolf beruft sich auf die aktuelle Gesetzeslage: "Die Forderung zur Übernahme der Abschiebekosten begründet sich aus dem Aufenthaltsgesetz. Dort ist im Paragraph 66 festgelegt, dass der Ausländer die Kosten der Abschiebung zu übernehmen hat." Dazu gehören neben den Reisekosten auch Personal- und Verwaltungskosten. "Jeder, der wieder nach Deutschland einreist, bekommt eine Rechnung", kündigt sie an. Für den Landkreis wäre es ein Geldregen in ungeahnter Höhe. Und eine weitere Methode, den schon einmal Abgeschobenen das Leben schwer zu machen.

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