Krankenschwester vergiftet Kollegin

Frankfurt – Zu drei Jahren und sechs Monaten Haft ist eine Frankfurter Krankenschwester verurteilt worden, die ihrer Kollegin ein Beruhigungsmittel in Getränke mischte. Von Klaus Reimann

Brankica L. (43), Anästhesieschwester an der Augenklinik in Frankfurt-Höchst, hatte ein höchst gespanntes Verhältnis zu ihrer Kollegin Dragiza S. (45). Ab August 2008 träufelte sie ihrer Rivalin mehrmals das Beruhigungsmittel Diazepam in Getränke, Tee und Kaffee, um sie außer Gefecht zu setzen. Die Taten ereigneten sich im Aufenthaltsraum der Schwestern. Dragiza S. wurde mehrmals übel und musste deshalb ihre Arbeit abbrechen. Auch fehlte sie deswegen einige Tage beim Dienst.

Auf frischer Tat erwischt

Da der Verdacht auf eine vorsätzliche Vergiftung vorlag, observierte die die Polizei den Aufenthaltsraum. Am 28. Oktober 2008 schließlich wurde Brankica L. von einer Kripo-Beamtin auf frischer Tat erwischt und vorläufig festgenommen. Da die Krankenschwester geständig war, wurde sie von der Untersuchungshaft verschont. Die Klinik kündigte ihr fristlos. Der Prozess vor dem Frankfurter Schöffengericht begann vor Weihnachten 2009. Angeklagt war sie wegen gefährlicher Körperverletzung. Zu ihrem Motiv sagte sie vor Gericht: „Ich wollte die Kollegin nicht gesundheitlich schädigen, sondern sie nur aus dem Dienst raushalten. Ich dachte leider nicht an die Folgen meiner taten.“ Angeblich sei sie von ihrem Opfer gemobbt worden. Die Rivalin im Zeugenstand erzählte, dass sie durch die unbewusste Einnahme des Medikaments am Mittagstisch sogar einmal in Ohnmacht gefallen ist.

Staatsanwältin Nicole Rode prangerte den „hinterhältigen Vertrauensbruch“ gegenüber der Kollegin an. Dass sie gemobbt wurde, sei nicht erwiesen. Richter Manfred Gönsch verurteilte Brankica L. zu drei Jahren und sechs Monaten Haft und einem Schmerzensgeld von 5000 Euro.

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