77-jährige Ehefrau handelte nicht fahrlässig

Kranken Ehemann vernachlässigt - keine Strafe

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Frankfurt - Für die Vernachlässigung  ihres an Parkinson  leidenden Ehemannes wird eine 77-Jährige strafrechtlich nicht zur Rechenschaft gezogen. Das Amtsgericht Frankfurt  stellte das Strafverfahren gegen die Frau am heutigen Montag ohne weitere Auflagen ein.

In dem Prozess  gegen die Rentnerin hatte sich herausgestellt, dass die Frau den schwer kranken 83-Jährigen im Februar 2013 in Frankfurt nicht vorsätzlich mehrere Tage hilflos in der Wohnung liegen gelassen hatte. Der Mann habe es stattdessen nach einem Sturz abgelehnt, einen Arzt oder ein Krankenhaus zu verständigen. Erst nach Erst nach drei Tagen hatte die Frau schließlich den Rettungsdienst  verständigt. In der Zwischenzeit hatte sich der Gesundheitszustand des Mannes ohne Essen und Trinken massiv verschlechtert.

Mann starb eine Woche später

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Die Anklage hatte der Frau Körperverletzung  durch Unterlassen  und Aussetzung zur Last gelegt. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme aber komme lediglich eine fahrlässige Körperverletzung  in Betracht,
sagte der Amtsrichter. In Anbetracht des Alters und der körperlichen Gebrechen der Frau sei aber eine Verfahrenseinstellung vertretbar, waren sich Gericht und Staatsanwaltschaft einig.

Der Mann war eine Woche später gestorben. Das Gericht stellte dazu fest, dass der Tod nicht auf die Vernachlässigung zurückzuführen sei. dpa

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