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Konzept gegen Aggressoren fehlt

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Der Standardsatz bei der Eindämmung der Flüchtlingskrise lautet: „Wir müssen auch die Fluchtursachen bekämpfen. “ Und dann wird schnell darauf verwiesen, dass Deutschland dazu Verbündete braucht. Ein Kommentar von Redaktionsleiter Axel Grysczyk

Nur viele wichtige Akteure in der Weltpolitik machen aktuell genau das Gegenteil: Sie befeuern die Fluchtursachen.

Das Atomabkommen der USA mit dem Iran und damit die Lockerung des Iran-Embargos hat dazu geführt, dass der Iran die neu hinzugewonnenen Milliarden Dollar sofort in den Krieg gesteckt hat. Iranische Truppen operieren bereits in Syrien auf Seiten des Diktators Assad, weitere sollen folgen. Außerdem kaufen die Mullahs ihre Waffen nicht irgendwo, sondern fast ausschließlich bei russischen Waffenkonzernen.

Assad ist der Hauptgrund für die Flucht aus Syrien

Dass Russland mit seinen Angriffen und seiner Hilfe für Assad noch mehr Flüchtlinge produziert, muss nicht näher erläutert werden. Erstmals wurden 900 syrische Flüchtlinge in Deutschland nach ihren Fluchtgründen befragt. Drei Viertel nannten dabei die Angst vor Festnahmen durch das Assad-Regime, 42 Prozent sagten, sie fürchten Entführungen durch den IS und Assads Fassbomben als Gefahr für ihr Leben. Ökonomische Gründe gaben 13 Prozent als Hauptgrund für die Flucht an. Die Furcht vor Rekrutierung durch die Streitkräfte nannten acht Prozent als Grund.

Zusammengefasst: Assad ist der Hauptgrund für die Flucht aus Syrien. Russland unterstützt den brutalen Diktator und der Iran mischt sich immer stärker ein. Und wer von der westlichen Staatengemeinschaft verhandelt oder spricht nur mit einem dieser Regierungen?

Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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