Der Kulturpass soll sinnvoller sein

Neues Angebot! Konkurrenz für den Frankfurt-Pass?

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Einkommensschwache Familien können sich oft einen Besuch im Museum nicht leisten.

Frankfurt – Kultur soll auch für Kinder aus armen Familien bezahlbar sein. Deshalb gibt es seit 1991 den Frankfurt-Pass. Doch dieser hat laut Kritikern seine Tücken. Der Verein „Kultur für alle“ hat nun ein neues Angebot entwickelt, wovon die ganze Region profitiert. Von Angelika Pöppel 

Den Kidspass des Vereins „Kultur für alle“ erhalten Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre. Der Kulturpass ist ein Jahr gültig und muss dann erneut beantragt werden. Berechtigt sind Frankfurt-Pass-Inhaber, Rentner, Azubis und Bezieher von Hilfe zum Lebensunterhalt, Arbeitslosengeld II, Leistungen nach dem Wohngeldgesetz, Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz und BAföG. 

Rund 60.000 Frankfurter nutzen den Frankfurt-Pass, um Museen oder Theatervorführungen vergünstigt zu besuchen. Schon seit 24 Jahren werden die Pässe an Einkommensschwache ausgegeben. Allerdings hat das Angebot auch Nachteile: Die Vergünstigung gilt größtenteils nur für städtische Einrichtungen. Außerdem zahlen Frankfurt-Pass-Inhaber zwar die Hälfte des üblichen Eintrittspreises, dieser kann aber immer noch viel zu hoch für einkommensschwache Familien oder Alleinerziehende sein. Für die städtischen Schwimmbäder reicht dagegen ein Eintrittspreis von ein bis zwei Euro. „Damit erfüllt der Frankfurt-Pass nicht mehr seinen eigentlichen Sinn: Kulturelle Veranstaltungen jedem zugänglich zu machen“, kritisiert Götz Wörner, Gründer des Vereins „Kultur für alle“. Er hat die Idee des Frankfurt-Pass weiterentwickelt. Seit 2008 bietet der gemeinnützige Verein den Kulturpass an – auch für Familien aus dem Taunus.

Anfrage steigt rapide

Seit einigen Monaten steigt die Anfrage rapide. „Seit der Bekanntmachung des Kids-Kulturpass im September gehen täglich ein Drittel der Anträge von Kindern und Jugendlichen ein“, sagt Projektleiterin Xenia Hügel. Darüber wundert sich Gründer Götz Wörner nicht: „Ich gehe davon aus, dass etwa jedes vierte Kind in Deutschland von Armut betroffen ist. Außerdem leben so viele Menschen, wie noch nie, von der Grundsicherung. Von knapp 374 Euro kann keiner einen Besuch im Museum bezahlen.“

Das scheint auch die Stadt Frankfurt so zu sehen. Denn seit 2014 ist Oberbürgermeister Peter Feldmann sogar Schirmherr des Vereins. „Der Kulturpass soll keine Konkurrenz zum Frankfurt-Pass darstellen“, betont Wörner. Allerdings sei er „sinnvoller“. Der Kulturpass kostet einmalig einen Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder. Mit diesem Pass zahlen Besitzer immer nur einen Euro Eintritt, außer bei zwei Ausnahmen: Die Alte Oper und die städttischen Bühnen. Unter den Einrichtungen sind alle städtischen, aber auch über 200 private Anbieter. Bisher wurden 9000 Kulturpässe ausgestellt, davon 1000 an Kinder. „Dabei haben wir unser Angebot erst vor wenigen Wochen beworben“, sagt Wörner.

Mehr Infos unter www.kulturpass.net/kultur-fuer-kids

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