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Kommunalwahl 2016: So klappt‘s mit dem Mega-Stimmzettel

Region Rhein-Main – Panaschieren, Kumulieren und Listenkreuz: Bei der Kommunalwahl 2016 ist es mit einem oder zwei Kreuzchen nicht getan. Es darf gerechnet und durchgestrichen werden. Der EXTRA TIPP zeigt, wie die Bürgerpflicht trotzdem mit Bravour gemeistert werden kann. Von Oliver Haas

Bei der Kommunalwahl müssen Kreuze in zweistelliger Zahl gemacht werden. Kandidaten können bis zu drei Stimmen erhalten, andere dürfen gar gestrichen oder Listen komplett angekreuzt werden. Wer soll da durchblicken?

Warum ist es trotzdem wichtig, zur Wahl zu gehen?

Gewählt werden Kreistag, Gemeindevertretung und Ortsbeirat für weitere fünf Jahre. Es geht darum, Bürgervertreter zu bestimmen, die zum Beispiel darüber entscheiden, wo Kinderspielplätze gebaut werden, verkehrsberuhigte Zonen entstehen oder wo Radwege im Ortsteil genutzt werden sollen. Vorteil ist es, dass aufgrund der örtlichen Nähe ein großer Teil der Bewerber um die politischen Mandaten den Bürgern persönlich oder zumindest namentlich bekannt ist. Sie sind etwa im Gegensatz zu überörtlichen Politikern in Berlin oder Wiesbaden greifbarer – ein Plausch auf dem Marktplatz ist dann keine Seltenheit. Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, vom Bürgerrecht der freien Wahl Gebrauch zu machen.

Wer darf überhaupt wählen?

Wahlberechtigt sind Deutsche und Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Die schnelle Wahl: Listen ankreuzen

Ähnlich einer Bundes-, Landtags- oder früheren Kommunalwahl ist die Variante, dass der Wähler einfach alle zur Verfügung stehenden Stimmen durch ein einziges Kreuz verteilen kann. Dies geschieht, indem man die Liste ankreuzt, die von der favorisierten Partei oder Wählergruppe aufgestellt wurde.

Kandidaten pushen: So funktioniert „Kumulieren“

Kumulieren bedeutet, dass einzelne Kandidaten besonders unterstützt werden können. Es können den einem einzelnen Kandidaten bis zu drei Kreuze gegeben werden. Es dürfen auch Ziffern eingetragen werden. Dabei muss man aber aufpassen, dass pro Person höchstens drei Stimmen vergeben werden dürfen. Durch diese gezielte Stimmenverteilung können bestimmte Bewerber mehr Stimmen als andere Personen auf der Liste erhalten, so dass sie auf der Liste weiter nach vorn gelangen und ihren Sitz erhalten.

Bloß nicht den! So können Kandidaten gestrichen werden

Wem ein Bewerber in einer Liste überhaupt nicht zusagt, der kann diesen auf der angekreuzten Liste einfach durchstreichen. So gibt der Wähler nur den nicht gestrichenen Kandidaten jeweils genau eine Stimme. Durch die Streichungen bleiben dann einige Stimmen übrig. Diese gehen wiederum automatisch an diejenigen – nicht durchgestrichenen – Bewerber über, die in der angekreuzten Liste am weitesten oben stehen. Auch hier gilt: Mehr als drei Personenstimmen darf keiner der Kandidaten erhalten.

Bewerber außerhalb der Liste wählen. So wird panaschiert:

Wer Personen wählen will, die nicht auf der bevorzugten Liste zu finden sind, der kann die Stimmen auch über alle Listen verteilen - also panaschieren. Dabei muss hier ebenso darauf geachtet werden, dass pro Person höchstens drei Stimmen vergeben werden, denn ansonsten ist der Stimmzettel ungültig.

Noch Nachhilfebedarf? Auf der Seite www.probewahl.de/hessen kann mit einem interaktivem Musterstimmzettel einer fiktiven Gemeinde das Prinzip von Kumulieren, Panaschieren und Co. durchgespielt werden.

Und wer sich das Ganze im Film erklären lassen möchte, der findet hier einen Erklärfilm zu dem Thema vom Bundesministerium.

Rubriklistenbild: © Gina Sanders - Fotolia.com/nh

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