Kommentar

Ein Zoo darf kein Affentheater sein

Dass wir rund 300 Zoos allein in Deutschland brauchen, um die jeweiligen Arten zu schützen, ist schwer nachvollziehbar. Zumal wir dann Arten haben, die nur in Gefangenschaft überleben können. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Auch dass es der Zoo war, der allein die Möglichkeit bot, exotische Tiere zu sehen, ist heute ein sich abschwächendes Argument. Nicht nur weil Wildsafaris in Afrika schon mit einem Frühbucher-Rabatt für den Normalbürger erreichbar sind, sondern weil sich der digital aufgewachsene Nachwuchs einfach die Webcams in den entlegenen Nationalparks der Erde anschaut. Wenn dann irgendwann Zootiere geschlachtet werden müssen, werden gewisse Teile der Bevölkerung weiter an der Legitimation von Zoos sägen. Es geht um den Bildungsauftrag, den man noch mehr herausarbeiten muss. Mal ehrlich: Heute schlendern Familien durch den Zoo, ohne sich groß mit der Tierwelt zu befassen. Der Zoo der Zukunft muss weg von der Jahrmarktatmosphäre, hin zum Bildungsträger. Dann hat der Zoo auch in 50 Jahren noch seine Daseinsberechtigung.

Lesen Sie dazu den Artikel „Wartet auf überzählige Zootiere bald der Schlachter?“

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