Kommentar

Versorgt bis in alle Ewigkeit

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk.

Es ist beschlossen: Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla wechselt 2015 zur Bahn. Dort soll er sich um die politischen Beziehungen kümmern. Wie die CDU derzeit die Versorgung ihrer gescheiterten Minister betreibt, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Kommentar von Axel Grysczyk

Zunächst wird Anette Schavan Botschafterin im Vatikan, ohne diplomatische Vorkenntnisse nachweisen zu können. Als Belohnung dafür, dass sie bei ihrer Doktorarbeit betrogen hat. Und jetzt Pofalla. Der hatte angekündigt, kürzer treten zu wollen, weil er eine neue Beziehung habe. Und da liegt es nahe, zur staatseigenen Bahn zu wechseln und ein hohes sechsstelliges Jahresgehalt zu kassieren. Warum ein Unternehmen, das mehrheitlich in staatlicher Hand ist, überhaupt jemanden braucht, der sich um Beziehungen zur Regierung kümmert, ist dem Normalbürger völlig schleierhaft.

Aber es kommt noch doller: Bahnchef Rüdiger Grube und Ronald Pofalla sind nämlich dicke Kumpels. Grube hatte eigentlich den Plan, Pofalla in den Vorstand zu berufen. Er musste ihn nur verschieben, weil Öffentlichkeit und Aufsichtsrat empört waren, als im Januar bekannt wurde, dass Pofalla unmittelbar nach seinem Abschied aus der Politik in die Wirtschaft wechseln will. Im Bahn-Aufsichtsrat war man noch aus einem anderen Grund verärgert: So hatte Grube ursprünglich vor, den Vorstand für Pofalla um einen Posten zu erweitern. So wird nun einfach gewartet, bis der Vertrag eines Vorstandsmitglieds ausläuft. 2017 ist das der Fall: Und dann bekommt Pofalla dessen Aufgabengebiete mit dazu – und natürlich viel mehr Geld.

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