Kommentar

VW-Betrug trifft uns alle

Der Betrug bei Abgaswerten von VW-Modellen ist mehr als ein Problem eines Autoherstellers. VW hat mit diesem vorsätzlichen Betrug einen immensen gesamtgesellschaftlichen Schaden angerichtet. Kommentar Von Axel Grysczyk

An der Börse sind zig Millionen-Euro-Werte vernichtet worden, die ganze Autobranche wird auf Monate an einem Imageschaden leiden und die deutsche Saubermann-Position bei Klimafragen ist ins lächerliche gezogen worden. Mehr noch: Jeder Bürger fragt sich, warum die pingeligen deutschen Behörden ihm bei jeder Kleinigkeit beim Auto oder auch beim Hausbau Auflagen erteilen oder Nachbesserungen fordern, bei VW aber anscheinend weniger genau geprüft wird. Schließlich mussten US-Ermittler erst auf die arglistige Täuschung hinweisen. Und während die VW-Topmanager mit jahrelangen Millionen-Gehältern ausgestattet nach Hause gehen, fragen sich die hunderttausenden VW-Mitarbeiter, ob aufgrund der jetzt sinkenden Nachfrage ihr Job in Gefahr ist. Darüber hinaus haben die VW-Versager zusätzlich die Diskussion, wie mit Diesel-Autos in Zukunft in Innenstädten umgegangen werden soll (siehe auch „Die Luft für Diesel wird immer dünner“, nachzulesen unter www. extratipp. com), in eine ablehnende Richtung gedrängt. Bei Autobauern gibt es ständig Rückruf-Aktionen, bei VW wurden die Betriebsräte geschmiert und schon seit geraumer Zeit weiß die Öffentlichkeit, dass die Verbrauchswerte so nicht stimmen können. Dass eine Firma aber Entwicklungen anstrengt, um gezielt zu betrügen, ist nicht nur eine neue juristische Dimension, sondern eine Verfehlung, die viel mehr Menschen ausbaden müssen als die Mitarbeiter bei Volkswagen.

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