Kommentar

Kein „Gefällt mir“ in der Schule

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Redaktionsleiter  Axel Grysczyk.

Der Landeselternbeirat fordert ein Verbot von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter in Schulen und vor allem Grundschulen, wenn sie bei schulischen Angelegenheiten zwischen Lehrern und Schülern zum Einsatz kommen. Kommentar von Axel Grysczyk.

Recht haben sie. Denn mit Facebook werden die Nutzer zu einem Produkt. Älteren Nutzern ist zuzutrauen, dass sie die damit verbundenen Gefahren erkennen und beurteilen können. Aber für Grundschüler ist eine solche Abwägung unmöglich. Mehr noch: Grundschüler wachsen mit der Einstellung heran, dass die Nutzung von Facebook und Co. normal ist und das es keine Alternativen gibt. Ihnen wird eingebläut, dass soziale Netzwerke als Form der Kommunikation unentbehrlich sind.

Darüber hinaus ist es eine pädagogische Kapitulation. Wenn ich als Lehrer davon überzeugt bin, ich brauche soziale Netzwerke, um mit meinen Schülern zu kommunizieren, dann haben Lehrer ein Problem. Vielmehr drängt sich die Frage nach der Qualität ihrer Ausbildung und ihrer Einstellung.

Als Nebeneffekt entsteht eine weitere Schieflage. Denn Eltern, die die Nutzung von Facebook und ähnlichen Anbietern ihren Kindern nicht erlauben, stehen unter erheblichen sozialen Druck.

Man sollte sich ein Beispiel an unserem Nachbarland Rheinland-Pfalz nehmen. Dort ist der Einsatz von Facebook oder vergleichbaren sozialen Netzwerken in der Schularbeit verboten.

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