Kommentar

Umdenken gegen Kriegstreiber

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk.

In dieser Woche wurde bekannt, dass ein 24-jähriger Offenbacher trotz Fußfessel mutmaßlich nach Syrien ausgereist ist, um sich dort den kämpfenden IS-Milizen anzuschließen. Kommentar von Axel Grysczyk.

Er habe einst ein Kamerateam, das in einer Offenbacher Moschee drehen wollte, angegriffen und verletzt und sei wegen Einbruch aktenkundig, so die Behörden. Man habe ihn beobachtet, aber er sei nun jetzt einfach weg. Es ist deutschen Gerichten und Behörden gar nicht vorzuwerfen, dass sie versuchen, Verbrecher zu resozialisieren und sie nicht nur wegsperren. Aber wer bereit ist, nach Syrien zu ziehen, um zu kämpfen, Zivilisten den Kopf abzuschlagen oder wahllos Frauen zu vergewaltigen, bei dem greift kein Resozialisierungsgedanke mehr. Der tritt die Werte westlicher Demokratien mit Füßen. Mit solchen Leuten muss anders umgegangen werden, weil sie in der Verfolgung ihrer Ziele auch brutalere Mittel einsetzen. Und daher sollte man sich schleunigst überlegen, ob deutsche Gesetze für diese Klientel geändert werden. Denn die Überzeugungen des deutschen Rechtssystems prallen an diesen Menschen ab. Da hilft auch nicht der ständige Schrei nach intensiverer Auseinandersetzung und mehr Dialog. Diesen Konflikt kann man nicht sozialpädagogisieren, man muss ihm auch mit juristischen Mitteln stärker zusetzen. Und dafür muss ein Umdenken her – leider. Denn diese Menschen unterscheiden sich von Bürgern dieses Landes. Es hilft auch nicht, das Problem einfach auszusitzen. Die Gewalt und die Idee des IS wird es noch langfristig geben.

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