Kommentar

Die Türkei ist als Partner nicht unnormal

Die Türkei ist Deutschlands wichtigster Partner bei der Kontrolle der Flüchtlingsströme nach Europa und damit vor allem in unser Land. Kritiker hatten angemerkt, dass die EU mit der rückständigen Türkei keinen verlässlichen Partner hat.

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Denn die Türkei hat nun mal keine westlichen Standards. Es dauerte nur ein paar Wochen, da wurde das Problem bereits augenscheinlich. Erdogan, Präsident der Türkei, hat den deutschen Botschafter einbestellt, weil sich der NDR in einer Satiresendung über Erdogan lustig gemacht hat. Jetzt ist das Geschrei groß: Die antidemokratische Türkei, die nun mal die Meinungsfreiheit mit Füßen tritt. Mit dieser Türkei macht man eben nicht solche Verträge. Blödsinn!
Denn Deutschland hat auch kein Problem, Verträge und sogar Waffenlieferungen mit dem noch undemokratischeren Saudi-Arabien zu schließen. Und trotz des Wirtschaftsembargos gibt es intensive wirtschaftliche Verflechtungen mit Russland. Und mit dem Jahrzehnte geächteten Iran freut sich die deutsche Industrie schon wieder auf dicke Geschäfte, nachdem das Embargo gefallen ist. Egal wie die Situation sich jetzt in dem Land darstellt. Deswegen ist es heuchlerisch die Türkei anzuklagen – genauso könnte man mit dem Finger auf zahlreiche andere Länder zeigen, die auch nicht bekannt dafür sind, die freiheitliche demokratische Grundordnung hochzuhalten.

Fakt ist: Deutschland ist jeder recht, der den eigenen Interessen dient. Westlich demokratische Standards sind in Deutschland selbst nicht verhandelbar, bei Vertragspartnern spielen sie aber eine untergeordnete Rolle.

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