Kommentar

Protest-Wähler werden mehr

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Kommentar zum Thema Protest-Wahlen von Axel Grysczyk.

Wer bei Wahlen kurzfristig erfolgreich sein will, muss heutzutage einfach ein Protestsammelbecken bieten. Wer langfristig in den Parlamenten sitzen will, braucht darüber hinaus ein Konzept und Antworten, die für das ganze Lebensumfeld gelten. Von Axel Grysczyk

Daher ist die Zeit der FDP erstmal vorbei. Vernichtende Niederlagen hat’s bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen am vergangenen Wochenende gesetzt. Dafür mag es zahlreiche Gründe geben. Ein Grund – den die FDP auch selber erkannt hat – ist, dass eine Partei eben nicht nur Angebote für den „homo oeconomicus“ bieten darf, sondern für alle offene Fragen, die der Wähler hat. Und daher braucht niemand derzeit die FDP. Langfristig wird aus diesem Grund auch die Alternative für Deutschland (AfD) wieder verschwinden, genauso wie es bereits die Piraten getan haben.

Politik geht an Wählern vorbei

Die jüngsten Wahlergebnisse zeigen vielmehr etwas anderes:Eine immer größer werdende Masse von ungebundenen Wählern ist bereit, ihre Stimme denen zu geben, die einfache Antworten aus dem eigenen Lebensumfeld parat haben. Da geht’s nicht um Euro-Rettungsschirm, sondern – wie im Fall der AfD in Brandenburg – um Autoklau in der Grenzregion zu Polen. Das Wahlvolk will zum einen keine abgehobene, versnobte FDP mehr und zum anderen will sie ihrem Protest eine Stimme geben, weil sie einfache und klare Antworten sucht. Die derzeitige Politik macht sich (mal wieder) auf, dies aus dem Auge zu verlieren und erfolgreiche Politik an den Wählern vorbei zu machen. Dass sich jeder Wähler ernst genommen fühlt mit seinen Ängsten und Nöten, das ist die Herausforderung von politischer Arbeit im Jahr 2014.

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