Kommentar

Wir sollten uns ruhig mal mit Ostern beschäftigen

Karfreitag und Ostern sind für die vorherrschenden Todes- und Jenseitsvorstellungen nicht mehr nötig. Weihnachten mag als sentimentales Familienfest noch durchgehen, aber das jemand auferstanden und in den Himmel aufgefahren sein soll – das ist den meisten Menschen dann doch zu viel. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Mit dem Niedergang des Glaubens, hat sich ein krampfhaftes Festklammern am Leben etabliert. Denn wenn nichts mehr kommt, dann darf man auf keinen Fall sterben. Daher muss man immer jung, immer aktiv und stets gesund bleiben. Jegliches Gottvertrauen in heiklen Situationen fehlt. Und daher muss alles noch besser und perfekter werden. Weil der heutige, moderne, aufgeklärte Individualist nicht weiß, was nach dem Tod kommt und ob überhaupt etwas kommt, bleibt die Sehnsucht nach Unsterblichkeit lebendig. 

Sie ist stark und gipfelt darin, ständig neue Lebensweisen und medizinische Errungenschaften zu präsentieren, um das Leben ein paar Monate zu verlängern. Ostern oder die Osterbotschaft wäre dagegen eine Variante, eine Hoffnung auf das ewige Leben zu haben. Aber: Da glauben immer weniger daran und daher werden auch an diesem Osterfest die Kirchen wieder ein Stück leerer werden. Es ist ein Stück Glaubensrealität, dass sich die Menschen von Religion und Kirche abwenden. Es mag manchmal absurde Auswirkungen haben, sich stets nach dem ewigen Leben zu sehnen. Aber wer sich in dieser krampfhaften Suche unsicher fühlt, kann sich ruhig mal wieder mit Ostern beschäftigen.

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