Kommentar

Eine Regierung, die nur zuschaut

Deutschland geht es gut. Noch nie waren in unserem Land so viele Menschen beschäftigt wie heute. Die Steuereinnahmen explodieren, die Sozialkassen melden nach Jahren des Siechtums Milliardenüberschüsse. Kommentar von Axel Grysczyk.

Jeder Grundschüler lernt, dass in solchen Phasen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Zu diesen Zeiten müssen – auch unangenehme – Entscheidungen getroffen werden, um den Wohlstand auch für die kommenden Generationen zu sichern. Zudem haben wir durch die Große Koalition die Mehrheiten, um solche unbequemen Gesetze zu verabschieden. Und was macht die Regierung? Sie schnürt Geschenke und verteilt Gefälligkeiten. Ein bisschen mehr Rente hier, ein bisschen Pflegereform da und Mindestlohn für alle. Wenn der 96-jährige Altkanzler Helmut Schmidt in dieser Woche an seiner Menthol-Zigarette ziehend bemerkt, dass sich Deutschland durch die Zuwanderung gewaltig verändern wird, dann fragt sich der Bürger, warum (wie an dieser Stelle schon mehrfach gefordert) nicht endlich ein Einwanderungsgesetz verabschiedet wird. Und wenn jedem in der Republik klar ist, dass wir überaltern, dann ist auch nur schwer nachzuvollziehen, warum nicht endlich eine Flexi-Rente eingeführt wird. Stattdessen wird der frühere Eintritt in den Ruhestand durch die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren auch noch gefördert. Vielmehr müsste doch der spätere Eintritt in die Rente stärker gefördert werden, ächzt die deutsche Wirtschaft doch extrem unter dem zunehmenden Fachkräftemangel. Derzeit leben wir in Deutschland im Stillstand, aber da leben wir momentan noch sehr gut.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare