Auf deutsche Gesetze bestehen

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk

Kurz vor Jahresende ist es die Zeit der Rückblicke. Bei keinem anderen Kommentar hat unsere Redaktion so viele Zuschriften bekommen, wie bei dem Meinungsbeitrag mit der Überschrift „Rechtsstaat gilt für alle Zuwanderer“. Kommentar von Axel Grysczyk 

Anlass war ein Urteil, das festschreibt, dass einer 13-Jährigen die Teilnahme in einem Ganzkörper-Badeanzug am Schwimmunterricht zuzumuten ist. Sie klagte, weil sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt hatte. Unsere Einschätzung: Man kann die Religionsfreiheit nicht einfach über andere Grundfreiheiten stellen und damit die Logik des liberalen Rechtsstaates aushebeln. Parallelwelten gehören bekämpft, die keinen Respekt vor unseren Gesetzen zeigen. Wer diese nicht akzeptiert, solle doch seine Überzeugungen an einem anderen Ort auf dieser Welt ausleben. In einem Brief schrieb eine Leserin, sie hoffe, dass die Redaktion nicht Ziel von Übergriffen werde. Ein anderer Leser wollte unbedingt nicht genannt werden, bewundert aber so viel Mut, so eine Meinung im heutigen Deutschland kund zu tun. Ein Mann am Telefon pflichtete unseren Argumenten bei, erkenne aber darin eine absolute Außenseiter-Meinung. Zum Jahresabschluss möchten wir diese Meinung noch einmal untermauern und als Auftrag für 2014 verstehen: In Deutschland muss man sich für die bestehenden Gesetze nicht schämen. Mag sein, dass sie nicht immer konsequent angewendet werden. Aber sie regeln erfolgreich das Miteinander und das gilt für alle – ausnahmslos.

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