Der 9. November ist ein Stück Pflicht

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Redaktionsleiter  Axel Grysczyk

Der 9. November steht vor der Tür. Geballte neue deutsche Geschichte. Dieses Datum spiegelt wie kaum ein zweites den Werdegang unserer heutigen Demokratie in Deutschland wieder. Kommentar von Axel Grysczyk.

Scheidemann ruft die „Deutsche Republik“ aus (1918), die Nazis marschieren auf die Münchener Feldherrenhalle und werden erstmals für die breitere Öffentlichkeit sichtbar (1923), die Novemberpogrome beginnen (1938) und die Mauer fällt (1989). Wer jünger als 24 Jahre ist, hat das alles nicht erlebt. Für diese Gruppe sind das alles nur Geschichtsdaten, Zahlenkombinationen hinter denen irgendwelche Ereignisse stehen. Und doch spiegelt dieses Datum wie kaum ein zweites den Werdegang unserer heutigen Demokratie in Deutschland wieder. Das muss Basiswissen sein und Überzeugung prägen. Dieses Datum verdeutlicht, wie viel Zeit es gebraucht und welche Wirren es erfordert hat, aber auch wie viel Mut Menschen aufgebracht, wie viel Engagement und wie viel unerschüttlichen Glauben an eine bessere Zukunft sie gezeigt haben. Auf diesen Einsatz darf auch heute in friedlichen Zeiten in einer Demokratie nicht verzichtet werden. Denn es ist und bleibt das Volk, das Träger der Staatsgewalt ist. Wir, die Bürger, geben uns ein politisches System. Deswegen muss dieses Datum ein Weckruf für alle Bürger sein, sich aktiv dafür einzusetzen, die Verhältnisse zu verbessern. Demokratie ist nicht ein Wert an sich, er umhüllt uns nicht wie ein Naturphänomen. Er muss er- und gearbeitet werden. Erst recht durch Menschen, die jünger als 24 Jahre sind. Dafür steht der 9. November in Deutschland, mehr als jeder andere Tag. Jeder, der an dieses Land und seine Werte glaubt, hat die Pflicht, diese Lehren aus der 9. November-Geschichte weiterzugeben.

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