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Klimagipfel von Paris: Rasanter Wandel wird zur Pflicht

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Auch 2015 stand Deutschland vor großen Veränderungen. Das hat und macht Menschen Angst. Das, was aber auf dem Klimagipfel in Paris von 195 Staaten verabredet wurde, wird die Welt in den nächsten Jahrzehnten noch viel mehr verändern. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Die Länder beabsichtigen beispielsweise den Netto-Ausstoß ihrer Treibhausgase in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts auf Null zu bringen. Für viele Forscher bedeuten die Vorgaben, dass die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas im Fall des Zwei-Grad-Ziels zwischen 2050 und 2070 komplett enden muss. Das heißt, dass für die heutigen Öl-Lieferanten extreme Umwälzungen bevorstehen – die Auswirkungen wird auch Deutschland spüren. Aber auch unserer Industrie stehen im Energiesektor mit dieser Zielvorgabe gewaltige Veränderungen bevor.

Die EU hatte bereits zur Erreichung des Hauptziels – der Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit – Pläne bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Die Industrieverbände hatten immer wieder kritisiert, dass diese Vorgaben zu ehrgeizig seien. Die Pariser Klimakonferenz hat aber beschlossen, dass die EU-Pläne nachgebessert werden müssen, um noch schneller und wirksamer voranzukommen.

Dazu kommt noch ein immenser finanzieller Aufwand. In den Jahren 2020 bis 2025 sollen die Industriestaaten 91 Milliarden Euro für Entwicklungsländer bereitstellen. Und zwar jedes Jahr!

Wird dieser Vertrag im Detail umgesetzt, wird er die Welt verändern. Wird er nicht umgesetzt, ändert sich die Welt auch – dann aber mit viel dramatischeren und vor allem noch bedrohlicheren und schmerzlicheren Folgen.

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Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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