Kommentar

Kirchen-Austritte gehören verboten!

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk.

Bei den Kirchenaustritten in Deutschland zeichnet sich in diesem Jahr ein neuer Rekord ab. Hauptgrund ist offenbar, dass die Kirchensteuer auf Kapitalerträge künftig direkt einbehalten wird. Kommentar von Axel Grysczyk 

Es ist der endgültige Beweis dafür, dass die Menschen nicht aus Überzeugung aus der Kirche austreten, sondern nur deshalb, weil sie Geld sparen wollen. Geld, das sie an anderer Stelle wieder drauflegen werden.

Ein Drittel aller Kindertagesstätten in Deutschland sind in kirchlicher Trägerschaft. Darüber hinaus sind die Kirchen ein bedeutender Eckpfeiler in der Jugend- und Seniorenarbeit. Auf diesen Gebieten würde eine andere Kalkulation bei fehlenden Einnahmen dazu führen, dass die Gebühren und Beiträge steigen.

Besser wäre ein System wie in Italien oder Spanien. Der Steuerpflichtige kann auf der Steuererklärung angeben, welcher Religionsgemeinschaft die Steuer zugutekommen soll oder ob sie sozialen Zwecken oder dem Staat zufließen soll. Dann würden grundsätzlich keine finanziellen Beweggründe bei der Kirchensteuer eine Rolle spielen. Zahlen müsste man sowieso und jeder Steuerzahler könnte selbst entscheiden, wen er unterstützen möchte. Schließlich sind auch andere Organisationen auf Zuwendungen angewiesen. Hat man ein Problem mit der Kirche, kann man andere Einrichtungen unterstützen. Einfach austreten dagegen gehört verboten. Bei der Kirchensteuer geht es nicht nur darum, der Kirche Geld zuzuschustern, sondern auch um Solidarität mit Schwächeren. Wer sich beim Steuern zahlen verkrümelt, missachtet diese Solidarität und outet sich als Geldgeier.

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