Kommentar

Instabilität der Griechen schürt neue Ängste

Die wirtschaftlich angespannte Lage in Süd(ost)-Europa wird auch geopolitische Veränderungen zur Folge haben – sollte nicht eingelenkt werden. Die Griechen haben schon probiert, die Russen mit ins Boot zu holen – und sind erst einmal noch gescheitert. Kommentar von Axel Grysczyk

Auf dem Balkan sieht es nicht anders aus. Menschen aus dem Kosovo und Albanien machen sich auf, um in Deutschland Asyl zu erhalten. Einfacher Grund: Ihr Heimatland liegt wirtschaftlich komplett am Boden. Die Kosovaren gelten derzeit als eine der größten Flüchtlingsgruppen in Deutschland. Ihre Chance auf Asyl in Deutschland liegt bei unter 0,3 Prozent. Damit kann niemand mehr wegzudiskutieren, dass diese Länder letztendlich ebenfalls sichere Herkunftsländer sind, genauso wie die restlichen Balkanstaaten.

Intensivieren wir nicht unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit diesen Balkanstaaten, werden sie aus Eigeninteresse Unterstützung in einem anderen Lager suchen – nämlich in dem der Russen. Damit sich Europa nicht weiter in mehrere Geschwindigkeiten teilt oder komplett zerteilt, muss die EU eingreifen. Zum einen den Kosovaren und Albanern klarmachen, dass es sich nicht lohnt, sich auf den Weg nach Deutschland zu machen. Und zum anderen muss ein wirtschaftliches Aufbauprogramm für diese Länder starten.

Das Griechenland-Desaster hat sich schon längst nach Norden ausgedehnt. Die Folge wird sein, dass die instabilen Lagen neue Kräfte nutzen werden. Die Russen werden versuchen, ihren Einflussbereich zu vergrößern. Und Experten sind sich sicher: Gelingt dem IS-Terror der Sprung nach Europa, dann über Albanien.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare