Kommentar

Griechenlands Weg in die Pleite

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Griechenland will nicht. Das müssen die Geldgeber und das restliche Europa akzeptieren. Nur so ist es zu erklären, dass sie stoisch versuchen, einen Schuldenschnitt anzusteuern. Und dabei außer Acht lassen, dass sie mit den Auflagen der Troika zuletzt Wachstum erzielten. Kommentar von Axel Grysczyk 

Sie blenden ebenfalls aus, dass es EU-Länder gibt, die ein geringeres Lohn-Niveau als Griechenland aufweisen. Und sie negieren völlig, dass es Länder gibt, die ebenfalls in der Schuldenfalle sitzen und brav ihre Hausaufgaben erfüllen. Und: Denen es langsam besser geht.

Wenn die demokratisch gewählte griechische Regierung davon überzeugt ist, dies alles ad acta zu legen und sich selbst eingetrichtert hat, einen anderen Weg einzuschlagen, dann soll sie es tun. Dass es Griechenland schafft, irgendwann komplett alle Schulden zurückzuzahlen, ist unwahrscheinlich. Daher kann man auch sofort einen Schlussstrich ziehen und die Griechen pleite gehen lassen – immer vorausgesetzt, sie wollen den zunächst eingeschlagenen und erfolgreichen Weg nicht mehr weitergehen. Letztendlich geht es um mehr, als nur um die griechische Wirtschaft. Es geht auch darum, ob Regeln eingehalten werden und dass die Euro-Gruppe verlässlich bleibt. Würde dies nicht mehr gelten, ist die eine solide Währung in Gefahr. Die Vertreter der griechischen Regierung müssen lernen, dass man nicht auf Kosten anderer leben und sich aufplustern kann. Auch wenn’s Schaden anrichtet: Wenn Griechenland nicht will und gehen will, lasst sie ziehen.

Axel Grysczyk

Axel Grysczyk

E-Mail:axel.grysczyk@extratipp.com

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