Kommentar

Das jetzige Europa ist am Ende

Das gemeinsame, viel beschworene Europa ist am Ende. Es funktioniert nicht, weil es nicht weiter entwickelt wurde. Jetzt erleben wir das große Finale des Durchwurschtelns, am Ende wird das Scheitern stehen. Kommentar von Axel Grysczyk

Das Problem: Die Europäer haben es versäumt, in den Jahren als genug Geld da war, gemeinsame Strukturen aufzubauen. Nach der gemeinsamen Währung hätte eine gemeinsame Wirtschaftspolitik folgen müssen. In der Sozialpolitik hätten Angleichungen stattfinden müssen, damit verhindert wird, dass es beispielsweise ein üppiges Rentensystem in Griechenland gibt. Die Liste ließe sich beliebig weiter fortführen. Eine gemeinsame Verteidigungspolitik wäre genauso von Nöten gewesen, wie eine einheitliche, abgestimmte Migrationspolitik. Der Grund, warum dies alles ausblieb, liegt auf der Hand: Es hätte die Aufgabe wichtiger Aktionsfelder des Nationalstaates bedeutet. Dabei hat der europäische Wirtschaftsraum nur eine Chance: Noch enger sich zu verzahnen. Wer immer noch auf den Nationalstaat pocht, unterschätzt die Risiken. Mehr noch: Er setzt den Wohlstand aufs Spiel. Die Folgen sind jetzt schon sichtbar und katastrophal: Frankreich steht mit seiner Volkswirtschaft vor dem Ruin, in Südeuropa liegt die Jugendarbeitslosigkeit (beispielsweise in Spanien) annähernd bei 50 Prozent und außer Deutschland wird schon bald niemand mehr in Europa für die gigantischen Schuldenberge gerade stehen können. Wer mehr Deutschland will, das heißt mehr Disziplin, Fleiß und Innovationskraft, muss den Mut haben, mehr Europa zu wagen.

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