Kommentar

Bahn stellt falsche Weichen

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk.

Die Bahn hat mal wieder die Preise erhöht. Ein Skandal, weil es das völlig falsche politische Signal ist. Denn damit forciert die Bahn eine Entwicklung, die die Bundes- und Landespolitik eigentlich stoppen müsste – nämlich den Wegzug aus ländlichen Gebieten. Kommentar von Axel Grysczyk.

Und der Bund könnte Einfluss nehmen, schließlich ist er Hauptgesellschafter bei der Bahn.

Die Fahrpreise im Nahverkehr werden für Verbindungen über die Verkehrsverbünde hinaus um 1,9 Prozent erhöht. Damit liegt die Erhöhung deutlich über der aktuellen Inflationsrate von 0,8 Prozent. Die Erhöhung von 1,9 Prozent trifft insbesondere die Bahnnutzer, die über Verkehrsverbundsgrenzen hinweg reisen. Dies sind oft Geringverdiener, welche sich in Metropolen wie Frankfurt keine Wohnung mehr leisten können. Mehr noch: Da es der Bahn nur noch um Gewinnmaximierung geht, geraten schlecht frequentierte Verbindungen noch stärker in den Fokus. Schon bald droht ihnen das komplette Aus.

Allein in dieser Hinsicht hat die Privatisierung der Bahn neue Probleme geschaffen. Einen Wettbewerb, der für Entlastung der Preise durch den Konkurrenzkampf mehrerer Anbieter entstehen sollte, hat nie stattgefunden. Erst das Aufkommen der Fernbusse zeigt, dass die Bahn bei Konkurrenzdruck sehr wohl einlenkt. Schließlich werden die Preise im Fernverkehr nicht erhöht.

Für den Verbraucher bleibt ein übler Nachgeschmack. Denn er muss mehr zahlen. Für was? Für besseren Service, verbesserte Pünktlichkeit und schnellere Verbindungen? Nein, diese Aspekte werden sich nach dem Fahrplanwechsel nicht verändern. Nur eins steht fest: Auch im Jahr 2015 wird’s bestimmt wieder teurer.

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