Kommentar

Deutschland profitiert von Krisen

Drei Krisen halten die Deutschen in diesem Sommer in Atem. Das scheinbar nicht endende Griechenland-Problem, das anhaltende Flüchtlings-Drama und die Gewissheit, dass mit der anhaltenden Dürre der Klimawandel nicht mehr wegzudiskutieren ist.

Und für all diese Herausforderungen ist Deutschland gerüstet. Von der Griechenland-Krise profitiert sogar der Bund. Dank stark gesunkener Zinsen sparte er seit 2010 etwa 100 Milliarden Euro. Und beim Klimawandel hat selbst US-Präsident Barack Obama angekündigt, saubere Technologien zu fördern. Ein Vorgehen, das Deutschland bereits seit Jahren praktiziert und von diesem Vorsprung schon bald profitieren wird. Und Deutschland wird auch davon profitieren, dass Flüchtlinge ins Land kommen. Wenn einige ewig gestrige CDU-Politiker sich noch durchringen könnten, einem Einwanderungsgesetz zuzustimmen, dann könnten wir noch schneller und effektiver aus der Zuwanderung wirtschaftliche Vorteile ziehen.

Doch es gibt auch eine weitere Erkenntnis: Deutschland kann zwar durch geschicktes Vorgehen und Verhandeln von solchen Krisen profitieren, aber Deutschland allein kann solche Krisen nicht mehr beenden. Das gilt für Griechenland, die Flüchtlinge und erst recht für das Klima. Daher muss die deutsche Öffentlichkeit endlich lernen, dass wir in einer politisch immer stärker vernetzten und globalisierten Welt leben. Nur mit Partnern können wir Probleme lösen, nur mit Partnern sind wir in der Lage Veränderungen herbeizuführen. Das Fazit dieses Sommers: Deutschland kann aus vielen Krisen Vorteile ziehen, aber alleine ohne starke Verbündete können wir in dieser Welt nicht mehr viel ausrichten.

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