Kommentar

Der Fall Markus Rehm: Inklusion kostet nunmal Geld

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EXTRA TIPP-Redaktionsleiter Axel Grysczyk

Markus Rehm  ist mit einer Prothese Deutscher Meister  im Weitsprung  geworden. Schnell entstand eine Diskussion, ob ihm die Federung an seiner Prothese  einen Vorteil beim Absprung verschafft. Schließlich läuft er mit weniger Tempo an. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Ein anderes Beispiel hierfür ist die Integration von Behinderten in Kitagruppen. Ist ein behindertes Kind in der Gruppe, verändert sich der Betreuungsaufwand. In der Regel werden mehr Erzieher benötigt – und das kostet Geld, die Kosten für sonderpädagogischen Förderbedarf an Schulen dürften noch höher ausfallen. Auch im Fall von Weitspringer Markus Rehm wurde erstmal gejubelt: Ja, natürlich darf ein so toller Sportler – obwohl gehandicapt – auch bei den Nichtbehinderten starten.

Doch außer Sonntagsreden passierte danach nicht viel. Übrig bleiben Enttäuschte: Der Sportler, der nicht weiß, wie viel seine Leistung wert ist. Die Kontrahenten, die nicht ahnen können, ob es einen fairen Wettkampf gegeben hat. Und die Zuschauer, für die es nicht nachvollziehbar ist, was da geschieht. Das Ideal der Inklusion ist, dass die Unterscheidung „behindert/nichtbehindert“ keine Relevanz mehr hat. Das fällt uns nicht einfach zu, dafür müssen wir Regeln aufstellen und Geld investieren. Alles andere ist Schöne-Welt-Gequatsche!

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