Maut-Abzocke ist erst der Anfang

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Redaktionleiter Axel Grysczyk

Autofahren wird teurer. Das klingt bei Experten durch, wenn sich der CSU-Vorschlag zur Einführung einer Pkw-Maut durchsetzt. Kommentar von Axel Grysczyk.

Nach ADAC-Berechnungen wird die Maut nicht 4,4 Milliarden Euro (100 Euro Jahresvignette mal 44 Millionen Pkw-Halter) einbringen, sondern nur 2,7 Milliarden Euro. Grund: Nicht alle werden eine Vignette kaufen. Die Differenz geht zu Lasten der geplanten Steuersenkung für Inländer. Statt 100 Euro Rabatt könnten Kfz-Halter im Durchschnitt nur mit 60 Euro Steuernachlass rechnen. Fazit: 40 Euro drauf gezahlt!

Das würden die Wähler Angela Merkel um die Ohren hauen, hat sie doch versprochen, dass es keine Maut gibt und dass es für Autofahrer nicht teurer wird. Nicht, dass Autofahren teurer wird, ist politisch unverantwortlich, sondern dass man es den Bürgern nicht sagt. Denn langfristig kommen wir daran kaum vorbei. Einer Studie der TU Dresden zufolge produzieren Autofahrer mehr Folgekosten als sie Abgaben zahlen. Diese Folgekosten wie für Unfälle und die Auswirkungen auf den Klimawandel summieren sich auf 90 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland.

Die Autofahrer zahlen demnach für Kfz-Steuer, Energie- und Mehrwertsteuer lediglich rund 50 Milliarden Euro pro Jahr. Der Umfang der externen Kosten des Verkehrs sei beträchtlich: Von den Verkehrsnutzern würden große Teile der Kosten durch Lärm, Luftschadstoffe, Treibhausgase und sonstige Kostenfaktoren nicht abgedeckt. Unfallkosten würden zwar durch Versicherungen gezahlt, aber einen Teil der Unfallkosten zahle die Gesellschaft wie etwa Ausgaben für Polizei und die Verwaltung von Infrastrukturen, Krankenhaus und Kosten des Gesundheitswesens.

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