Kommentar

Das Problem mit der Haltung

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Reda ktionsleiter Axel Grysczyk

Die eigene Einstellung zu Glauben und zur Kirche kommt bei vielen Bürgern an hohen Feiertagen wie Ostern grundsätzlich auf den Prüfstand. Die Zahl derjenigen, die die Kirche ablehnen, wächst – jedenfalls fühlt es sich so an. Kommentar von Axel Grysczyk.

Dabei steht die Argumentation der Ablehner oft auf wackeligen Füßen. Es werden zahlreiche Skandale von Kirchenvertretern herangezogen, um die eigene ablehnende Haltung zu rechtfertigen. Zum Vergleich: Niemand würde aus Deutschland austreten, nur weil sich immer mehr Politiker nicht korrekt verhalten oder schon verhalten haben. Niemand käme auch auf die Idee, grundsätzlich die Demokratie in Frage zu stellen. Die wunde Stelle ist die Kirchensteuer. Denn vielen, gerade jüngeren Menschen geht’s weniger um eine kritische Auseinandersetzung mit der Kirche, sondern vielmehr ums Sparen. Selten hört man, dass das eingesparte Geld durch einen Kirchenaustritt einem anderen karitativen Zweck zur Verfügung gestellt wird. Wenn Kirchen-Kritiker mit dieser Einrichtung ein Problem haben und austreten, könnten sie doch das eingesparte Geld einer anderen Einrichtung spenden. Doch das bleibt – meistens – aus. Dabei sind gerade aus dieser Gruppe der Bevölkerung viele Menschen auf der Suche. Esoterische Seminare und Bücher oder asiatische Lebensphilosophien boomen. Dabei nehmen sie inhaltlich oft in nur abgewandelter Form Themen aus dem Christentum auf. Mehr noch: Der Verlust an Traditionen und Ritualen – auch religiös geprägten – raubt den Menschen bei uns die Sicherheit und das Selbstverständnis. Ostern war und ist so eine Tradition.

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