Kommentar

Bundeswehr: Gut getarnte Ausnutzung

Die Bundeswehr ist zur schnellen Eingreiftruppe bei internen Problemen geworden. Sie hilft bei Naturkatastrophen oder wie aktuell bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise – mit immerhin 7000 Soldaten. Darüber hinaus wird sie noch stärker im Ausland gebraucht. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Denn die aktuelle Bundesregierung hat es sich auf die Fahnen geschrieben, mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen und sich in verschiedene Konflikte einzumischen. Doch in was für einem Zustand ist diese Allzweckwaffe Bundeswehr?

Ihre derzeitige Soll-Personalstärke ist 185.000 – doch tatsächlich dienen derzeit nur noch 178.800 Soldaten. Und das es plötzlich mehr werden, ist auch nicht abzusehen, auch wenn das Militär derzeit kräftig die Werbetrommel rührt. Nach einer Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2014 würden zwei Drittel der Deutschen ihren Freunden und Angehörigen abraten, als Berufssoldat zur Bundeswehr zu gehen. Zwei Drittel sind der Meinung, Soldaten hätten bei uns ein geringes Ansehen. Geld für bessere Ausrüstung ist auch nicht da.

Frankreich gibt fast das Doppelte für sein Militär aus. Eine Truppe, der es an Personal fehlt, die schlecht ausgerüstet ist und ständig zusätzliche Aufgaben übernimmt, soll in einer Welt mit immer komplexeren Konflikten Dominanz zeigen – das wird nicht funktionieren. Wer eine solche Armee in bewaffnete Konflikte schickt, überstrapaziert die Leistungsfähigkeit junger Leute. Die Bundeswehr prahlt immer damit, ein moderner Arbeitgeber zu sein. Das ist aber nicht modern, das ist Ausnutzung – auf fieseste Art und Weise.

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