Kommentar

Deutsche Militäreinsätze nicht ausweiten!

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk.

Einen unsinnigeren Einsatz als den der Bundeswehr in Afghanistan hat’s nie gegeben. Denn nichts ist sicherer geworden. Im ersten Halbjahr 2014 wurden mehr Zivilisten verletzt als in all den Jahren zuvor: 1200 unbeteiligte Afghanen wurden bei Kämpfen getötet. Kommentar von Axel Grysczyk.

Die Bilanz ist erschreckend: Deutschland hatte in Höchstzeiten 100. 000 Soldaten am Hindukusch stehen. 100. 000 Deutsche in ständiger Todesangst, die bis heute mit Traumas leben müssen. 54 Bundeswehrsoldaten haben ihr Leben gelassen. Und für was?

Das Durchschnittseinkommen einer afghanischen Familie liegt heute bei zwei US-Dollar pro Tag. Der Krieg kostete den Westen 900 Milliarden US-Dollar, pro Kopf der 30 Millionen Afghanen also 30.000 Dollar. Das gleiche Geld hätte für Wohlstand und Umdenken sorgen können, jetzt ist nichts da – außer einer Menge Hoffnungslosigkeit.

Ein ähnliches Bild bietet der Irak. Mehrfach haben die Amerikaner sich den Ölstaat vorgeknöpft. Und was ist geblieben? Heute tyrannisiert die Terrorvereinigung Isis weite Teile des Landes, weil die Regierung unfähig ist, die Bevölkerunggruppen sich feindselig gegenüber stehen und viele Bürger ausgegrenzt sind. Die Region bis zum Mittelmeer bleibt ein Pulverfass.

Dass unter solchen Vorzeichen Bundespräsident Joachim Gauck eine Ausweitung von Militäreinsätzen der Deutschen fordert, ist nicht nachvollziehbar. Gerade von einem Bundespräsidenten hätte man erwarten können, dass er eher fordert, noch mehr Basisarbeit in der geschundenen Bevölkerung zu leisten und für noch mehr Wohlstand und Bildung zu sorgen.

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