Neuer Trend: Bauprojekte immer teurer 

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Redaktionsleiter Axel Grysczyk

Schon bald soll das Landesmuseum in Darmstadt wieder eröffnet werden. Über vier Jahre wurde gewerkelt. Sanierungen und Umbauten waren notwendig geworden. Im August 2013 hieß es, dass der Umbau teurer wird. Von 55 Millionen Euro steigt die Summe auf 60 Millionen Euro. Kommentar von Axel Grysczyk 

Nun beziffert das Ministerium das Budget laut Sprecher Ulrich Adolphs auf 68 Millionen Euro, dazu gebe es noch Nachträge von rund sieben Millionen Euro. Und schwupps wurde innerhalb von wenigen Monaten der Bau um 25 Prozent teurer. Das regt niemanden mehr auf. Denn wir haben uns damit abgefunden, dass öffentliche Bauten in der Regel um mindestens ein Viertel teurer werden. Stuttgart 21 oder der Berliner Flughafen sind die herausragenden Beispiele dieses neuen Trends. Das Schlimme ist, dass sich beim Bürger bereits ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt hat. Niemand fragt mehr, wer ist für die Mehrkosten verantwortlich? Wer hat dermaßen daneben geplant? Wer ist mit solchen Projekten anscheinend hoffnungslos überfordert? Der Bürger nimmt’s einfach nur noch hin. Erst später merkt er, dass für wichtige Projekte in seiner Nachbarschaft kein Geld mehr da ist. Denn obwohl er stets mehr Steuern und Abgaben blechen muss, bekommt er dafür nicht zwangsläufig bessere Leistungen. Denn es ist sein persönliches Geld, das für Fehlplanungen, Fehleinschätzungen, Verschwendungssucht und Protzbauten drauf geht.

Das Landesmuseum Darmstadt hat bereits angekündigt, dass die Tickets teurer werden. Das sei dem aufwändigen Umbau geschuldet. Klar, dass der Bürger wieder draufzahlt.

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