Von Axel Grysczyk

Für Syrien gab’s nie einen Plan

Für Syrien hatte die USA und der Westen nie eine Strategie. Dieses Vakuum hat Russlang eingeladen, sich als wichtiger Akteur in dem Land zu platzieren.

Für Syrien hatte die USA und der Westen nie eine Strategie. Dieses Vakuum hat Russlang eingeladen, sich als wichtiger Akteur in dem Land zu platzieren. Einig waren sich alle nur in einem Punkt: Der Islamische Staat muss weg. Das ist er nun.

Und jetzt ist alles erlaubt: Morden, Vertreiben, Giftgas – und das nur, weil es keine Strategie gibt.

Ex-US-Präsident Barack Obama hatte angekündigt, sollte Syrien-Machthaber Assad Giftgas einsetzen, werde Amerika mit einem militärischen Gegenschlag reagieren. Als Assad mit Giftgas tötete, duckte sich Obama weg. Nichts geschah. Der neue US-Präsident Donald Trump wollte signalisieren, dass er mutig ist, dass er etwas anpackt. Als Assad wieder Giftgas einsetzte, gab es vor circa einem Jahr einen US-Angriff. Der Schaden hielt sich in Grenzen. Eine größere Auseinandersetzung mit Russland fand nicht statt. Trump gab den entschlossenen Oberbefehlshaber und versprühte die Botschaft: Wir tun was!

Jetzt ist es wieder eine ähnliche Ausgangssituation. Trump hatte jüngst noch erklärt, dass „sich doch die Anderen um Syrien kümmern sollen“. Die USA werde sich jedenfalls zurückziehen. Nun also Kehrtwende und Attacke. Das zeigt nur, dass die USA und der Westen weiter keine Strategie haben, keinen Plan besitzen und überhaupt keine Fantasie aufbringen, wie eine Lösung aussehen soll. Die Folgen sind fatal. Hunderttausende Syrer sind in Deutschland gestrandet, weil ihr Land zerbombt wird. Sie leben mit allen Problemen einer Flucht und wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Weil es eben keine Syrien-Strategie gibt. Das ist nicht nur ein Drama, sondern eine Schande für die Staatengemeinschaft.

Axel Grysczyk

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