Beim ZDF schön abschalten

Das ZDF nimmt durch die neue Rundfunkgebühr mehr ein als je zuvor. 2014 gibt’s für den Sender laut seinem Haushaltsplan offenbar ein Plus von fast 25 Millionen Euro. Kommentar von Axel Grysczyk

Und was bekommen die Gebührenzahler dafür? Die jüngsten Desaster aus den vergangenen zwei Wochen: Der groß angekündigte ZDF-Talk am Nachmittag mit Inka Bause wurde nach zwei Monaten wieder abgesetzt, Wetten-Dass ist im Quotentief und Helene Fischer hat dem Sender bei ihrer Auftaktsendung am vergangenen Samstag gehörig die Samstagabend-Quote versaut. Erfolgreiches Fernsehen kann das ZDF nur dann bieten, wenn es mit den üppigen Gebührengeldern nur so um sich wirft. Beispiel: Champions League. Für rund 54 Millionen Euro pro Spielzeit zeigt das ZDF pro Saison 18 Fußballspiele. Schlechtes Fernsehen und Verschwendung hat der öffentlich-rechtliche Sender erfolgreich verschmolzen. Denn der Sender hat bereits angekündigt, dass er trotz der saftigen Mehreinnahmen im kommenden Jahr mit einem Verlust von 94 Millionen Euro rechnet. Zum Verständnis: Laut einem Bericht des Handelsblatts wird der Mainzer Sender im kommenden Jahr den neuen Rekordwert von 1,766 Milliarden Euro Gebühren kassieren.

Wir können keine ausreichende Kinderbetreuung bieten, zahlen für die Altersvorsorge, weil der Staat nicht mehr die Mittel hat und laden jeden Tag der nächsten Generation einen Haufen mehr an Schulden auf die Schulter. Und dann leisten wir uns einen Sender, der die Millionen nur so verpulvert und wenig Qualität bietet. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Im Fall des ZDF hilft nur wegsehen.

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