Kommentar

Solide Ausbildung ist Gold wert

Der Deutsche Philologenverband sieht das Abitur „entwertet“, wenn mehr als 50 Prozent eines Jahrgangs die Reifeprüfung machen. Kommentar von Axel Grysczyk

Die Folge: Akademiker mit einem mittelmäßigen Abschluss, speziell in Sozial- und Geisteswissenschaften oder auch in Jura finden nur schlecht bezahlte Stellen. Dagegen klagt das Handwerk über einen Mangel an Lehrstellenbewerbern. Das bringt die deutsche Berufswelt durcheinander. Ein Maurerlehrling bekommt mittlerweile genauso viel Gehalt wie ein Lehramts-Referendar. Man muss anerkennen, dass nicht jeder die Fähigkeit für ein Studium hat. Und dann muss in der Berufsvorbereitung der nächste Schritt getan werden und den Absolventen klargemacht werden, dass eine solide Handwerksausbildung immer noch Gold wert ist. In der Zukunft muss die berufliche Förderung wieder in den Mittelpunkt gerückt werden.

Es mag schon sein, dass in Deutschland im 21. Jahrhundert Bildung die beste Ressource ist, zumal wir im globalen Wettbewerb mit unseren Bodenschätzen nicht gerade glänzen können. Doch eine Akademiker-Schwemme künstlich herzustellen, bringt auch nichts.

Irgendwann müssen sowohl die Bildungspolitiker als auch die Absolventen erkennen, dass es nicht nur um den bloßen Abschluss geht, sondern letztlich nur der Inhalt entscheidet. In der Berufswelt setzt sich der langfristig durch, der etwas kann beziehungsweise eine Fertigkeit besonders beherrscht, nicht derjenige, der auf einem Stück Papier einen vermeintlich tollen Abschluss vorweisen kann.

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