Kommentar

#PrayforParis: Selbstdarstellung auf allen Seiten auf Facebook & Co.

Es gibt nur eines, was angesichts der Anschläge von Paris noch unsinniger ist, als sein Profilbild einzufärben: Anderen vorzuschreiben, wie sie ihre Erschütterung und Anteilnahme ausdrücken sollen. Kommentar von Christian Reinartz

Aber kaum sind die Bomben explodiert, geht es bei Facebook, Google Plus und Twitter schon wieder um die Selbstdarstellung, diesmal im Gewand der Tricolore. Oder im Gewand derer, die entrüstet mahnen, dass man die toten Kinder im Libanon nicht vergessen darf. Aber mal ehrlich: Wer sein Facebookbild einfärbt und nur Sekunden später das nächste lustige Katzenvideo teilt, muss sich Fragen nach der Ernsthaftigkeit gefallen lassen. Aber wer angesichts der sprachlos machenden Nachrichten aus Paris noch Worte findet, um anderen klarzumachen, dass sie Heuchler sind, sollte genauso ernsthaft prüfen, ob die eigene Ethik wirklich so unfehlbar ist.

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